Kreis Düren: Die Polizei auf Facebook: Keine Notrufe über Soziale Medien

Kreis Düren : Die Polizei auf Facebook: Keine Notrufe über Soziale Medien

Knapp 1200 Abonnenten auf Facebook und 230 Follower auf Twitter: Seit Ende Mai ist die Kreispolizeibehörde Düren in den Sozialen Medien unterwegs. Ina Bayer und Melanie Arenz, die beide in der Polizei-Pressestelle arbeiten, betreuen die Facebook-Seite und den Twitter-Account (Polizei NRW DN) — nach Feierabend und am Wochenende sind die diensthabenden Kollegen von der Leitstelle mit im Boot.

Von den 47 Polizeibehörden in NRW sind 40 mittlerweile in Sozialen Netzwerken aktiv, eine Verpflichtung, sich dort zu engagieren, gibt es nicht. „Gleichwohl“, sagt Polizeisprecherin Ingrid Königs, „gehen immer mehr Behörden in den Sozialen Medien online. Es ist eine gute Möglichkeit, Dinge, die uns wichtig sind, darzustellen.“ In der Regel veröffentlichen Arenz und Bayer jeden Tag mindestens zwei Posts — immer werden die Standorte der Radarwagen veröffentlicht.

Hin und wieder postet die Landesonlineredaktion des NRW-Innenministeriums Artikel auf der Facebook-Seite (polizei.nrw.dn) der Dürener Polizei. „Zuletzt gab es beispielsweise Tipps für Menschen, die planen, ein Musikfestival zu besuchen. Das interessiert sicherlich auch die Leute hier bei uns. Grundsätzlich ist es uns aber wichtig, dass auf unserer Seite Meldungen aus unserer Region veröffentlicht werden.“

Melanie Arenz ergänzt, für welche Themen die Sozialen Medien aus Sicht der Polizei besonders geeignet sind: „Facebook nutzen wir häufig, wenn nach einem Verkehrsunfall Zeugen gesucht werden, oder auch, um auf Präventionsmaßnahmen aufmerksam zu machen. Auf Twitter vermelden wir, wenn es aktuell Verkehrsstörungen gibt, weil wir dort die Möglichkeit haben, Dinge in Echtzeit zu veröffentlichen.“

Klare Regeln

Wichtig ist, dass es gerade für die Facebook-Seite klare Regeln gibt. „Natürlich“, erklärt Arenz, „gilt auch in den Sozialen Netzwerken die Meinungsfreiheit. Und natürlich ist es zunächst einmal okay, wenn Facebook-User die Polizei blöd finden. Gleichzeitig dürfen Kommentare aber nicht beleidigend und schon gar nicht strafrechtlich relevant sein.“ Kommentare, die gegen geltendes Recht oder gute Sitten verstoßen würden, erklärt die Polizeibeamtin, würden gelöscht, genauso wie Kommentare, die nicht in deutscher Sprache verfasst seien.

Wenn nötig, würden darüber hinaus auch Ermittlungsverfahren eingeleitet. „Auf unserer Seite“, sagt Königs, „soll vernünftig miteinander umgegangen werden. Und alle sollen die Posts und Kommentare verstehen.“

Bis jetzt sei die Kreispolizeibehörde Düren von einem Shitstorm im Internet und wüsten Beschimpfungen verschont geblieben. „Wir wissen aber aus den Erfahrungen anderer Dienststellen“, sagt Königs, „dass dieser Shitstorm über kurz oder lang kommen wird. Das ist keine Frage.“

Keine Emojis

Melanie Arenz und Ina Bayer bemühen sich um eine einfache Sprache und versuchen auf allzu große Förmlichkeiten zu verzichten. „Aber wir wollen schon seriös sein“, sagt Arenz. In den Sozialen Netzwerken wird niemand geduzt, außerdem werden keine Emojis, also die kleine lustigen Piktogramme, verwendet. Arenz: „Es gibt andere Behörden, die Emojis verwenden, aber wir tun das ganz bewusst nicht. Wir sind die Polizei und die Leute sollen ihr Vertrauen zu uns behalten. Und sie sollen uns weiterhin ernst nehmen. Deswegen haben wir uns gegen Emojis entschieden.“

Mit der bisherigen Resonanz auf ihren Facebook- und Twitter-Auftritt sind Melanie Arenz und Ina Bayer durchaus zufrieden. „Dafür, dass wir erst Ende Mai angefangen haben, ist das schon ordentlich“, sagt Bayer. Bis jetzt sei es allerdings noch nicht gelungen, in eine längere Kommunikation mit den Usern zu treten. „Die Meldungen mit den Standorten der Tempokontrollen werden oft kommentiert“, sagt Arenz. „Manche schreiben ‚Danke‘, andere machen Alternativvorschläge, und nennen Orte, an denen es sinnvoll wäre, auch die Geschwindigkeit zu messen.“

Diese Anregungen würden hausintern weitergegeben, die Kommentare in jedem Fall auch beantwortet. Arenz: „Das ist ja auch ein Grund, warum die Polizei die Sozialen Medien nutzt. Wir wollen den Kontakt zu den Bürgern.“ Um Verbrechen zu melden, eignen sich die Soziale Medien übrigens nicht. Königs: „Dann müssen die Bürger auch weiterhin die Notrufnummer 110 wählen.“

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