Düren: Die Kultur in Düren bleibt weiblich

Düren: Die Kultur in Düren bleibt weiblich

Das Bild hat fast schon Symbolkraft: Dr. Renate Goldmann, 42, neue Leiterin des Leopold-Hoesch-Museums, stellt sich für die Fotografen vor ihre neue Wirkungsstätte - und die Eingangstür steht offen. Ihr offen.

Zum 1. Januar 2010 wird Frau Goldmann für acht Jahre die Leitung der beiden Dürener Museen übernehmen.

Bürgermeister Paul Larue beschreibt Frau Goldmann als „sehr kompetent”, „regional, national und international bewandert”, sie verfüge zudem über Begeisterungsfähigkeit und habe „eine Mentalität, die sehr gut zu Düren passt”.

Persönlich beeindruckt hat Frau Goldmann den Bürgermeister mit einer Idee: langfristig sollen beide Häuser - Papiermuseum und Leopold-Hoesch-Museum - mit einer Konzeption zusammengeführt werden. Der Bereich Papier soll ein stärkeres Gewicht erhalten, um das zu erreichen, was man neudeutsch gerne Alleinstellungsmerkmal nennt.

Das passt gut zu dem, was die Dürener Politik sich sowieso wünscht: mit dem von Professor Kulka erweiterten Bau nun auch international „mitspielen” zu können. In diesem Rahmen wird auch die PaperArt ihre Fortsetzung finden.

So weit die Anforderung. Eine Hürde baut Frau Goldmann selbst auf. Sie versteht die Museen als Ort der Kommunikation, als einen Ort, der auch für Kinder und Jugendliche attraktiv sein muss. Und: „Wir müssen steigende Besucherzahlen haben”, sagt sie - und setzt damit genau die Messlatte, an der man sie nicht erst nach acht Jahren messen wird.

„Revitalisieren” will sie das neue Museum, Öffentlichkeit herstellen, denn Kunst und Kultur könne nur funktionieren, „wenn sie von einer breiten Öffentlichkeit getragen wird” - dann würde gute Kunst immer funktionieren, egal wo, egal ob in Köln oder Düren.

Dass sie in Köln funktioniert, erlebt sie noch als künstlerische Leiterin und Direktorin des dortigen Skulpturenparks, entstanden aus einer privaten Stiftung und ohne öffentliche Fördergelder. Das ist ein Punkt, bei dem auch Bürgermeister Paul Larue noch einmal aufhorchte. „Sie ist gewohnt, Sponsorengelder zu aquirieren”, sagt er, was gleichzeitig die unausgesprochene Hoffnung beinhaltet, dass der fürs neue Museum aufzustockende Etat vielleicht doch nur in Maßen aufgestockt werden muss.

Der Spagat ist offensichtlich: anerkannte Kunst, die international mithalten kann, auf der einen Seite, eine Öffnung des Museums für breite Schichten auf der anderen Seite - und das alles bei knappen Finanzen.

Dr. Renate Goldmann sieht es anders: „Das ist kein Spagat. Alle haben ein großes Interesse an Kunst und Kultur.” Sie sagt das bestimmt. Und mit der von Larue erwähnten Begeisterungsfähigkeit.