Die Kita "Kuschelkiste" im Dürener Grüngürtel soll neugebaut werden

Stadt Düren plant neue Kita „Kuschelkiste“ : Fünf Millionen Euro für Kinder im Grüngürtel

Die in den 70er Jahren als Containerleichtbau errichtete Kita „Kuschelkiste“ entspricht nicht mehr den Anforderungen. Der Brandschutz kann nur mit Außentreppen garantiert werden. Die Kita soll durch einen fünf Millionen Euro teuren Neubau ersetzt werden.

Platz für vier Gruppen-, Neben-, Ruhe- und zwei Wickelräume im Erdgeschoss, drei weitere Gruppen, die inklusive aller benötigten Nebeneinrichtungen im Obergeschoss Platz finden, dazu begrünte Dächer und eine Außenfassade mit roten Klinkersteinen, die bereits die Vorgaben der künftigen Denkmalbereichssatzung für den Grüngürtel berücksichtigt: der Entwurf der neuen Kita „Kuschelkiste“ kann sich sehen lassen. Rund fünf Millionen Euro will die Stadt in den dringend benötigten Neubau investieren.

Das sieht zumindest die Planung von Gebäudemanager Helmut Harperscheidt und seinem Team vor. Damit wie geplant im kommenden Frühsommer die Bagger anrollen können, muss der Stadtrat die Großinvestition nur noch im kommenden Doppelhaushalt 2020/2021 berücksichtigen.

Grundsätzlich hat die Politik dem Neubau bereits vor den Sommerferien zugestimmt, nun liegen mit den Planungsdetails auch die Kosten auf dem Tisch. Hintergrund: Der Mitte der 70er Jahre errichtete Kindergarten ist schlichtweg in die Jahre gekommen. „Bei Gebäuden, die in Containerleichtbauweise errichtet werden, geht man normalerweise von einer Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren aus“, erklärt Harperscheidt. Allein schon von dieser Warte aus, hat das Gebäude seinen Zweck mehr als erfüllt. Gravierender aber sind erhebliche und irreparable Brandschutzmängel, betont der Gebäudemanager. Mit den angebrachten Außentreppen kann die Kita nur noch übergangsweise betrieben werden. Daher drängt aus Sicht der Verwaltung die Zeit, schließlich muss auch noch mit einer Bauzeit von gut anderthalb Jahren gerechnet werden, erklärt Harperscheidt.

Der Entwurf der neuen Kita „Kuschelkiste“. Foto: Stadt Düren

Und noch ein Grund spricht für eine möglichst schnelle Umsetzung: Im Grüngürtel mangelt es bislang an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren (U3). Die Versorgungsquote liegt unter 13 Prozent. Dies würde sich mit dem Neubau für sieben Gruppen schlagartig ändern. Der bietet Platz für 130 bis 140 Kinder, je nachdem wie viele U3-Kinder berücksichtigt werden. Aktuell verfügt die Kita „Kuschelkiste“ über drei Gruppen, zwei weitere sind derzeit ausgelagert in die Grüngürtelschule, so dass dort mit dem Kita-Neubau die freiwerdenden Räume der Offenen Ganztagsgrundschule zur Verfügung gestellt werden könnten.

Harperscheidt hat die neue Kuschelkiste so konzipiert, dass bei der Zusammenstellung der Gruppen größtmögliche Flexibilität möglich ist. Das gilt für den zusätzlichen Platzbedarf der U3-Betreuung wie für die Inklusion. Das Gebäude wird komplett barrierefrei errichtet, unter anderem mit einem Aufzug in die erste Etage.

Heizung und Kühlung in einem

Im Erdgeschoss soll eine Fußbodenheizung, die an heißen Sommertagen auch für Kühlung sorgen kann, eingebaut werden, das Raumklima im Obergeschoss soll unmittelbar von den begrünten Dächern profitieren, mit denen Harperscheidt seit vielen Jahren gute Erfahrungen gemacht hat.

Insgesamt, betont der Gebäudemanager, soll die Auswahl der Baustoffe nach ökologischen Gesichtspunkten erfolgen.

Wenn der Neubau fertiggestellt ist, soll der bisherige Containerleichtbau abgerissen werden. Die Fläche wird für das künftige Außenspielgelände benötigt, in dem es separate Spielflächen für Kinder unter und über drei Jahren geben soll.

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