Düren: Die Kita „Drachenburg“ ist immer in Bewegung

Düren: Die Kita „Drachenburg“ ist immer in Bewegung

„Die Bewegungsdefizite, die wir bei unseren Kindern beobachtet haben, sind sehr stark rückläufig. Und ich habe auch beobachtet, dass das Sozialverhalten sich bei uns im Kindergarten noch verbessert hat.“ Silvia Junk (53) leitet die AWO-Kindertagesstätte „Drachenburg“ im Dürener Stadtteil Lendersdorf. Seit knapp vier Jahren ist die Kita vom Kreissportbund zertifizierter Bewegungskindergarten.

Der erste in ganz Düren übrigens. Das bedeutet, dass die 45 „Drachenburg“-Kinder aus Lendersdorf jeden Tag Sport und Bewegungsspiele machen. „Wir fangen jeden Tag mit der Morgengymnastik an“, sagt Silvia Junk. „Und fast alle Kinder sind mit großer Begeisterung dabei.“

Darüber hinaus gibt es Kriechtunnel, ein Bällebad und Bobbycars, die die Kinder nutzen können. Auch die ganz Kleinen, also Jungen und Mädchen unter drei Jahren, werden so früh wie möglich an Bewegung herangeführt.

Als die Verantwortlichen der Kita „Drachenburg“ sich um das Zertifikat „Bewegungskindergarten“ beworben haben, hatten Silvia Junk und ihre Kolleginnen beobachtet, dass einige der Jungen und Mädchen starke motorische Defizite hatten.

Junk: „Das war vielleicht nicht so extrem wie in Großstädten, aber Gleichgewicht und waren schon Dinge, wo einige Kinder Probleme hatten.“ Durch die Bewegungsspiele, so Junk weiter, hätte sich aber nicht nur die Motorik der Kinder deutlich verbessert. „Auch im kognitiven und sozial-emotionalen Bereich“, so Junk, „spüren wir deutliche Fortschritte.“

Bei den Spielen lernen die Kleinen auf andere Rücksicht zu nehmen und auch einmal zu verlieren. Silvia Junk: „Kinder, die sich viel bewegen, können sich einfach auch besser konzentrieren.“ Übrigens profitieren auch die Erzieherinnen von der Zertifizierung als Bewegungskindergarten. „Wir wollen natürlich mit gutem Beispiel vorangehen“, so Silvia Junk. „Und machen auch mehr Sport als früher. Wir treffen uns zum Beispiel regelmäßig zum Walken.“

Ein ähnliches Bewegungsprogramm wie für die Kindertagesstätten gibt es seit wenigen Wochen auch für Grundschulen. Der Grundschulverbund Winden/Obermaubach mit Schulleiter Wolfgang Franz ist als erste Grundschule im Kreis Düren mit dem Programm „Bewegungsabzeichen KiB — Kinder in Bewegung“ gestartet.

Wolfgang Franz: „Wir haben an unserer Schule verhältnismäßig wenig Schüler, die übergewichtig sind, aber wir haben immer mehr Kinder, die bewegungsarm sind, weil sie zu Hause nicht mehr zu Sport und Bewegung angehalten werden.“ Ziel von „Kinder in Bewegung“, ist dass alle Grundschüler aus Winden und Obermaubach am Ende des Schuljahres das Sportabzeichen machen.

Silivia Junk und Wolfgang Franz sind sich einig, dass die Kinder an Bewegung jede Menge Spaß haben. „Kinder wollen Sport treiben und sich bewegen “, sagt Silvia Junk. „Bei uns sind die Jungen und Mädchen bei den sportlichen Angeboten immer mit Feuereifer dabei. Und wir hören, dass sie auch ihre Eltern zu Bewegung animieren. Und zum Beispiel am Wochenende spazieren gehen wollen.“