"Die Jungen Alten" laden zum Kirchenkonzert

Mezzosopranistin und Organist interpretieren „Sei Stille dem Herrn“ : Die weiche Stimme von Martina Garth

Wer orakelt hatte, dass die Bänke in der Heimbacher Kirche St. Clemens leer blieben, hatte sich getäuscht. Der Verein „Die jungen Alten“ hatte zu dem Konzert „Sei stille dem Herrn“ eingeladen und viele kamen. Rechts, links und hinter den Kirchenbänken mussten Klappstühle dem drohenden Platzmangel entgegenwirken.

Unter dem Titel „Sei stille dem Herrn“ interpretierten Mezzosopranistin Martina Garth und Kantor Peter Mellentin Lieder und Instrumentalstücke vom 17. bis 20. Jahrhundert. Martina Garth, gebürtige Aachenerin, wurde von Kantor Mellentin auf der restaurationsbedürftigen Orgel begleitet.

Die Orgelsonaten entstammten der Feder Felix Mendelssohn-Bartholdys (1809 bis 1847). Kantor Mellentin präsentierte alle Sätze der Sonate Nr. 3A-Dur, opus 65. Bei dem ersten Satz „Con moto maestoso“ demonstrierte Peter Mellentin, wie ein erfahrener Organist auch auf einer Orgel hervorragend spielen kann, wenn auch die eine oder andere Taste nicht funktioniert.

Das Programm war in der Reihenfolge der einzelnen Beiträge gut abgestimmt. Mezzosopranistin Garth sang unter anderem – begleitet von der Orgel – Stücke von Georg Friedrich Händel (1685 bis 1759), Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750), Franz Schubert (1797 bis 1828), Mendelssohn-Bartholdy, Giuseppe Verdi (1813 bis 1901) und Stephen Adams (1841 bis 1913).

„Lascia cio pianga“ aus Händels Werk „Rinaldo“ und „Ombra Mai fu“ aus der Oper Xerxes desselben Komponisten bewältigte die Sängerin mit ihrer empathisch weichen Stimme

„Schaff´s mit mir, Gott“ und „Komm süßer Tod“ von Altmeister Bach demonstrierten eine recht harmonische Abgestimmtheit zwischen menschlicher Stimme, Instrument und der guten Akustik der Kirche.

„Mille Cherubini in Coro“, ein Werk aus dem Liedgut von Franz Schubert, neu arrangiert von Alois Melichar (1896 bis 1976), kam versöhnlich daher und ließ Hoffnung aufkeimen auf ein besseres Leben. Der Titel des Konzerts „Sei stille dem Herrn“ von Mendelssohn-Bartoldy erzählte die Geschichte menschlichen Elends, das durch Gebet und Hingabe an Gott Erlösung schaffen sollte.

Sind die meisten „Ave Marias“ in der Regel harmonisch und hoffnungsvoll, so weicht Giuseppe Verdi mit seiner Version des „Ave Maria“ von der Norm ab. Sein Gruß an die Mutter Jesu aus der Oper „Othello“ ist gespickt mit Disharmonien und Drohungen.

Das Lied Jerusalem „The holy City“, komponiert von Stephen Adams, hat die „Heilige Stadt“ zum Thema, vor zweitausend Jahren bis in unsere Zeit hinein umstritten und umkämpft. Organist und Sängerin trugen mit dieser Komposition am Ende des Konzerts zu einer Art Aufbruchstimmung bei. Crescendi dominierten die Decrescendi, versuchten Mut zu machen, damit die Menschen nicht in ihrem Jammertal verharren.

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