Düren: Die „Höhner“ liefern ein tolles Weihnachtskonzert

Düren : Die „Höhner“ liefern ein tolles Weihnachtskonzert

Ein gemütliches Wohnzimmer mit Ohrensessel, prasselndem Kaminfeuer und einem festlich geschmückten Weihnachtsbaum, viele Geschenke und sechs bestens aufgelegte Musiker — die Kölner Kultband „Höhner“ bescherte rund 1800 Zuschauern in der Arena Kreis Düren am Freitagabend ein unterhaltsames Weihnachtskonzert.

Mal nachdenklich und besinnlich, dann wieder ausgelassen und fröhlich, meistens auf Kölsch und immer musikalisch auf allerhöchstem Niveau. „Ich weiß, dass die ‚Höhner‘ weit mehr sind als eine Karnevalsband“, sagte Manfred Bleuel, der aus Nideggen in die Arena gekommen war. „Aber bei einem Weihnachtskonzert habe ich sie noch nie gehört. Ich muss sagen: Ich bin wirklich restlos begeistert. Das war ein toller Abend mit ganz vielen Gänsehautmomenten.“

Texte stimmen nachdenklich

Der 63-Jährige hat recht: Bei der „Höhner Weihnacht“ gab es all das, was für die Bandmitglieder Henning Krautmacher, Hannes Schöner, Jens Streifling, John Parsons, Wolf Simon und Micki Schläger zu einem gelungen Fest dazugehört: Weihnachten, das sind für die „Höhner“ leuchtende Kinderaugen, schöne Erinnerungen an alte Zeiten, Zusammensein mit der Familie, Heimat, Gelegenheit, um Danke zu sagen, aber auch ein guter Zeitpunkt, um Unsinn und Quatsch zu fabrizieren. Und genau das haben die „Höhner“ bei ihrem Weihnachtskonzert in der Arena Kreis Düren geboten — mit schönen Texten, über die es sich lohnte, einen Augenblick länger nachzudenken.

Klar, dass auch einige der bekannten „Höhner“-Hits nicht fehlen durften, so gab es gleich zu Beginn des Abends „Schön, dass Du da bist“ als lieb gemeinte Begrüßung für das Publikum. Und auch „Stille Helden“ spielten Henning Krautmacher und seine Bandkollegen, um all denen zu danken, die das ganze Jahr über — und eben auch in der Vorweihnachtszeit — unermüdlich und ehrenamtlich für andere im Einsatz sind und damit zu „Stillen Helden“ der Gesellschaft werden.

Jens Streifling erzählte, wie er 1989, drei Monate vor dem Fall der Mauer, aus der ehemaligen DDR ausreisen durfte, ohne zu wissen, ob er seine Freunde und Familie jemals wiedersehen würde. Damit und mit „Als ich fortging“ der Gruppe „Karussell“ hat er den Bogen zur aktuellen Situation der Flüchtlinge auf der Welt geschlagen.

Dass die „Höhner“ nicht nur Kölsch, sondern auch Englisch beherrschen, bewiesen sie mit dem Unicef-Song „Come Make A Little Step Of Peace“ — allerdings nur bis zum Refrain, der dann wieder auf Kölsch gesungen wurde. Schön auch, dass einzelne Bandmitglieder — zum Beispiel John Parsons mit seiner Gitarre — auch ganz leise Töne wagten. Und noch schöner, dass die Menschen in der Arena das zugelassen und den feinen Gitarrenklängen aufmerksam zugehört haben.

Wurst am Christbaum

Gleichwohl ist auch der Spaß am Freitag nicht zu kurz gekommen. Als „Opa Huhn“ den Weihnachtsbaum schmückte (unter anderem mit Blutwurst, Petersilie und Zwiebeln) und nach jedem Teil, das er an den Baum gehängt hat, ein Schnäpschen getrunken hat, hatten die Zuschauer sichtlich Spaß. Und auch das gemeinsame Singen von Weihnachtsliedern, das am Freitag nicht zu kurz gekommen ist, hat den „Höhner“-Fans viel Freude bereitet.

„Singen sie oder singen sie nicht?“, hat Henning Krautmacher seinen Musikerkollegen zugerufen — und die Antwort fiel absolut eindeutig aus: Die Dürener haben gesungen — und mit der „Höhner Weihnacht“ den perfekten Start in die Adventszeit erlebt.

(kin)
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