Düren/Langerwehe: Die Grünen unterstützen Projekt des BUND für den Schutz der Insekten

Düren/Langerwehe : Die Grünen unterstützen Projekt des BUND für den Schutz der Insekten

Rund 30 selbstgehäkelte Bienen in verschiedenen Größen liegen auf der Wiese verteilt und geben ein farbenfrohes Bild ab. „Vor ein paar Wochen bin ich im Internet auf die Aktion ,A Place To Bee‘ vom BUND aufmerksam geworden und dachte sofort, dass wir das unterstützen müssen“, erinnert sich Barbara Andrä, Vorsitzende des Ortsverbands Langerwehe Bündnis90/Die Grünen.

Mit „A Place To Bee“ will der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Aufmerksamkeit auf das bedrohte Leben der Bienen lenken. Die deutschlandweit gesammelten, selbstgehäkelten Tiere sollen als Botschafter dienen, die am Weltbienentag, 20. Mai, mit einer Online-Petition und einem Maßnahmenkatalog an den Bundestag übergeben werden sollen.

Für Barbara Andrä und ihre Kollegin Carmen Heller-Macherey, Vorsitzende des Grünen-Kreisverbands, hieß es deshalb in den vergangenen Wochen: Wolle kaufen und Häkelnadeln raus. Wer nicht alleine häkeln wollte, der konnte an vier Abenden mit Andrä und Heller-Macherey kreativ werden. Vorkenntnisse waren dabei nicht nötig: „Wir haben uns die Anleitung genommen und uns über Videos im Internet beigebracht, wie wir das Ganze angehen müssen“, erklärt Andrä. Außerdem habe sie eine Freundin, die in einem Altenheim arbeite und ebenfalls begeistert von der Idee war. „Sie hat dann mit den Senioren gemeinsam gehäkelt. Es freut uns sehr, dass gerade auch ältere Menschen sich dafür noch begeistern konnten.“

Die beiden Frauen rechnen mit etwa 40 Bienen, die am Dienstag, 15. Mai, Richtung Berlin geschickt werden sollen. „Am schönsten wäre es natürlich, wenn wir deutschlandweit so viele Exemplare zusammenbekämen, dass jedem Bundestagsabgeordnetem eine überreicht werden könnten“, sagt Lothar Kurth von der BUND-Ortsgruppe Langerwehe motiviert.

„Jute statt Plastik“

Für ihn hat der Bienenschutz, auch mit Blick auf die vergangenen Jahrzehnte, höchste zeitliche Priorität: „In den 80er Jahren hatten wir das Projekt ,Jute statt Plastik‘, um auf den hohen Plastikverbrauch aufmerksam zu machen — das Problem besteht bis heute. Beim Bienenschutz muss eindeutig schneller etwas passieren, sonst ist es zu spät.“

Sein Kollege Andreas Binanzer von der BUND-Ortsgruppe Düren hat auch außerhalb des laufenden Projektes Ideen, mit denen den Bienen geholfen werden könnte. „Es wäre zum Beispiel ein guter Schritt, wenn bestimmte Grünflächen, die nicht stark frequentiert sind, nur zwei Mal im Jahr abgemäht würden“, sagt Binanzer. Dadurch ergebe sich für Bienen, aber auch für andere Tiere und Pflanzen ein nährstoffreicheres Angebot als auf glattgemähten Wiesen. Damit das nicht zu Unmut führe, sei richtige Informationspolitik wichtig: „Die Deutschen fahren auf Schilder ab“, sagt Binanzer lachend. Eine eindeutige Kennzeichnung steigere die Akzeptanz für solche Projekte.

Der Einsatz in Düren und Umgebung ist jedenfalls nicht unbemerkt geblieben: „Mich haben noch nie so viele Leute auf ein Projekt angesprochen, wie auf das Bienenhäkeln“, erzählt Heller-Macherey. „Die Resonanz ist wirklich groß“, stimmt Andrä zu. Bienenschutz sei ein aktuelles Thema und es sei „sehr erfreulich, dass einige Menschen endlich ein Bewusstsein dafür bekommen“.

Wer die Anzahl der Bienen-Botschafter noch erhöhen möchte, kann sein gehäkeltes Exemplar bis zum 14. Mai immer montags bis mittwochs zwischen 10 und 14 Uhr sowie donnerstags und freitags bis 16 Uhr in der Kreisgeschäftsstelle der Grünen, Friedrich-Ebert-Platz 13 in Düren, abgeben. Auch die Online-Petition kann noch unterstützt werden.

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