Düren: Die geballte musikalische Kraft aller Bläser in die Dürener Annakirche

Düren : Die geballte musikalische Kraft aller Bläser in die Dürener Annakirche

Viel Bewegung, Wechselspiel und Klangfülle brachte Martin Schädlich in die Dürener Annakirche. Seine „Brass Band Düren“ füllte mit 35 Bläsern und drei Schlagwerkern den Altarraum vor dem Lebensbaum.

Auf der Gegenseite postierte sich der fast gleich starke Ableger „Brass für Spaß“ unter dem Orgelprospekt — ein akustischer Kontrast von ebenbürtiger Spielqualität und bewegungsfreudig, um bei einigen Stücken zum großen Gesamtorchester hinüberzuziehen.

Gastgeber Kantor Hans-Josef Loevenich bot zum weiteren Wechselspiel die Metzlerorgel an, denn sie sei trotz Tastatur mit ihren Pfeifen auch ein Blasinstrument. So erlebten die Zuschauer den gewaltigen Klangraum der vom Dirigenten dankbar gelobten Annakirche nicht nur in seiner Stärke, sondern auch von allen Seiten. Und bei „I’ll walk with God“ zogen die Musiker tatsächlich zwischen die Bankreihen der Besucher und spielten aufgereiht im Kirchenraum. Für die Zuhörer belebte diese vielfältige Bewegung den Charakter der Stücke.

„Fanfare and flourishes“ begann mit der geballten Kraft aller Bläser für die Variationen um die Eurovisions-Melodie. Das folgende „Finale aus der 1. Orgelsonate“ von Guilmant spielte Loevenich lebhaft und dynamisch variiert. Die weiteren Orgelwerke boten für die Bläser Ruhepunkte, für die Zuhörer wechselnde Aufmerksamkeit. In „Litanies“ schuf Jean Alain Wiederholungen wie bei einer Litanei als sein Gebet. Bei „Power of Life“ des norwegischen Komponisten Takle holte Loevenich alle Register in virtuoser Spielfreude mit melodischer Fülle bis zu übermütigen Kirmestönen hervor.

„Brass für Spaß“ hatte besonders schöne Aufgaben mit Werken, die sie bei der Brass-Band-Meisterschaft in Kürze spielen wollen: Zweimal zwei Sätze der „Haslemere Suite“ von P. Graham illustrierten Landschaft und Stimmung der englischen Kleinstadt. Die „Petite Suite de Ballett“, zuvor schon in Merode bei „British Flair“ aufgeführt, ist Teil des Pflichtprogramms bei der Meisterschaft. In „Saint Saens Variation“ hörte man eine ansprechende Melodienauswahl und Metamorphosen bis zum Schlusschoral.

Schädlich, der mit leichter Hand die vielen Stimmen bändigte, stellte mehrfach Solisten heraus. So begann das bekannte „Scarborough Fair traditional“ mit der Tuba und variierte das Thema echoartig versteckt. Während das „Summer Scherzo“ von Langford als festlich britischer Marsch begeisterte, waren das norwegische „Vita Lux“ und „Let there be praise“ von B. Gott leichte, wohlklingende Stücke.

Aber für den anhaltend starken Beifall gab es eine kräftige Rock-Version der „Toccata in d-Moll“, die wohl Johann Sebastian Bach selbst gefallen hätte.

(gn)