Bundesregierung gibt 150 Millionen Euro: Die Forschung soll dem Strukturwandel im Kreis Düren Beine machen

Bundesregierung gibt 150 Millionen Euro : Die Forschung soll dem Strukturwandel im Kreis Düren Beine machen

150 Millionen Euro gibt die Bundesregierung als Sofortprogramm für den Strukturwandel – das ist beschlossene Sache. Ein Drittel davon, also 50 Millionen Euro, werden über verschiedene Förderprogramme vom Bundesforschungsministerium (BMBF) im Zeitraum von 2019 bis 2021 zur Verfügung gestellt. Darüber informierte der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel aus Düren im Gespräch mit unserer Zeitung.

„Wir müssen sehr schnell beginnen, es geht um Tausende Arbeitsplätze“, sagte Rachel. Das Rheinische Revier habe den Nachteil, dass schon innerhalb der nächsten vier Jahre die Braunkohlestromkapazitäten herunter gefahren werden. „Wir haben aber den Vorteil gegenüber dem Osten, dass es bei uns eine breite Mittelstandsstruktur, Universitäten und Forschungseinrichtungen gibt“, sagte Rachel weiter. Das seien die „Anknüpfungspunkte“ für die Förderung aus Berlin.

Die Gesamtförderkulisse umfasst laut Rachel ein sehr breites Spektrum: von der Verkehrsinfrastruktur über Projekte aus den Kommunen heraus bis hin zum Anpassungsgeld für ältere Arbeitnehmer oder Umschulungen. Im Forschungsbereich gehe es aber im Kern um drei Themen. Die Mittel sollen eingesetzt werden, um nachhaltige Produktionsverfahren in der Industrie voranzutreiben.

Auf der Rheinschiene zum Beispiel sei angestrebt, große Unternehmen der chemischen Industrie so umzubauen, dass sie nicht mehr unter Verwendung von Braunkohlestrom produzieren. Einrichtungen wie das Forschungszentrum Jülich (FZJ) oder die RWTH in Aachen könnten heute schon Größen wie Henkel oder Bayer Cropscience dabei helfen, den Energiebedarf auf der Basis von Wasserstoff oder Erneuerbaren zu decken. Thomas Rachel: „Wir möchten zukunftsfähige Arbeitsplätze in der chemischen Industrie schaffen.“

Ein zweites Förderthema des Forschungsministeriums ist das der Künstlichen Intelligenz (KI), die selbst lernfähig sein soll. Auf diesem Feld müssen Deutschland gegenüber den USA und China aufholen. Von daher ist es aus Sicht des Forschungsstaatssekretärs sinnvoll, „vorhandene erste Kompetenzen in Jülich massiv auszubauen“. Sprich: Das soll im FZJ ein neuer Arbeitsschwerpunkt werden.

Auf dem dritten Sektor, den Berlin vorantreiben möchte, ist der Kreis Düren nach Ansicht von Rachel bereits „exzellent aufgestellt“: auf dem Feld der Bioökonomie. Erklärung in Kurzform: Pflanzen als nachwachsende Rohstoffe in Verbindung mit der Landwirtschaft nutzen, um Produkte in der verarbeitenden Industrie, bei der Nahrungsmittelherstellung oder auch chemischen Industrie herzustellen. Eine Nutzung bis hin zu synthetischen Kraftstoffen oder synthetischen Kunststoffen – in Merzenich ein Thema – sei vorstellbar. Rachel wünscht sich im Kreis eine „Modellregion der Bioökonomie“, die mit lokalen Partnern entstehen könnte.

Thomas Rachel (CDU) sieht in den Geldern, die aus dem Sofortprogramm fließen werden, nur den Anfang einer Entwicklung auf lange Sicht. Die sei einerseits aufgrund des Strukturwandels notwendig, biete aber auch große Chancen, „weil es die Unterstützung der Bundesregierung über einen langen Zeitraum“ geben wird.

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