Die Euskirchener Straße in Düren wird umgebaut

Zwei statt vier Spuren ab Mitte Mai : Die Euskirchener Straße in Düren wird umgebaut

Um ein vor dem Oberverwaltungsgericht Münster drohendes Dieselfahrverbot in Düren zu vermeiden, wird die extrem stickoxidbelastete Euskirchener Straße nun doch von vier auf zwei Fahrspuren zurückgebaut.

In geheimer Abstimmung hat der Stadtrat den Einspruch der CDU-Fraktion gegen den Beschluss des Verkehrs- und Bauausschusses denkbar knapp mit 26:25 Stimmen zurückgewiesen. In einer emotional geführten Debatte, in der die „Ampel“ der CDU vorwarf, nicht an die betroffenen Menschen, sondern nur an die Autofahrer zu denken, waren zuvor noch einmal die Argumente ausgetauscht worden. Während die CDU die Reduzierung der Fahrspuren für kontraproduktiv hält, eine steigende Luftschadstoffbelastung, das Ausweichen des Verkehrs in den Dürener Südosten sowie die Tangente Oststraße/Hohenzollernstraße/Kölnstraße befürchtet und das seit Anfang November geltende Lkw-Fahrverbot bereits für ausreichend hält, wollen die Fachverwaltung und die „Ampel“-Mehrheit im Stadtrat auf Nummer sicher gehen.

„Ob wir es schaffen, mit dem Lkw-Fahrverbot unter die Marke von 50 Mikrogramm Stickstoffdioxid zu kommen, die von der Bundesregierung als verhältnismäßig für ein Dieselfahrverbot angesehen wird, wissen wir schlichtweg nicht“, betonte der Erste Beigeordnete Thomas Hissel. Erste Daten ließen keine verlässlichen Rückschlüsse zu Und zudem müsse man dem Gericht darlegen, wie man kurzfristig den EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm einhalten wolle, ergänzte Anke Leimert vom Tiefbauamt.

Zuletzt wurden an der Euskirchener Straße immer noch die zweithöchsten Stickstoffdioxidwerte in NRW gemessen, 2017 mit durchschnittlich 58 Mikrogramm, 2018 mit 54,1. Allerdings deuten die niedrigeren Messwerte von November und Dezember auch an, dass das Lkw-Verbot greift. Der Schwerlastverkehr soll laut Luftreinhalteplan für knapp 50 Prozent des Schadstoffaustosses verantwortlich sein.

Um die Einhaltung des Fahrverbots und das Tempo-30-Limit zwischen Friedrich-Ebert-Platz und Zum Adenauerpark/Oststraße zu überwachen, wird die Stadt für 300.000 Euro eine spezielle Blitzersäule anschaffen, die voraussichtlich im Spätsommer/Herbst aufgestellt werden soll.

Derweil machte Tiefbauamtsleiter Heiner Wingels noch einmal deutlich, dass stadteinwärts mit einer intelligenten Ampelschaltung dafür gesorgt werde, dass es nicht zu dem von der CDU befürchteten Rückstau am Friedrich-Ebert-Platz kommen werde.

Die Umsetzung der Maßnahmen auf der Euskirchener Straße soll bis Mitte Mai erfolgen.

(ja)
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