Düren: Die ersten Ratten laufen schon über den Balkon

Düren: Die ersten Ratten laufen schon über den Balkon

Schöner wohnen wollten die Menschen in den „Grünen Häusern”: Mit Bänken und einem kleinen Spielplatz hätte das Außengelände der Anlage an der Neuen Jülicher Straße eigentlich richtig schick werden sollen.

Doch aus dem Plan, den das Dürener Tiefbauamt und die Bewohner der Anlage zusammen mit dem Objekteigentümer vor gut anderthalb Jahren erstellt haben, ist bis heute nichts geworden.

Im Gegenteil, heute bietet sich dem Besucher hier ein tristes Bild: Die Grünanlagen rund um die Häuser sind total verwildert, das Unkraut wuchert bis in zwei Meter Höhe. Und mit dem Unkraut kommt auch das Ungeziefer. So klagen die Bewohner über Mäuse und Ratten, die über die Balkone in die Wohnungen eindringen. „Vorgestern lief eine Ratte bei uns über den Balkon”, sagt etwa Oüahid Mohamed. Seine Nachbarn hatten bereits eine Maus in ihrer Wohnung.

Verständlich, dass die Bewohner ihre Kinder nicht mehr in die verwilderte Grünanlage lassen wollen. „Unsere Kinder haben keinen Platz zum Spielen mehr”, so Oüahid Mohamed. Und Werner Klarbinschutz ergänzt: „Es lädt alles eher dazu ein, hier seinen Müll zu entsorgen.”

Neben den Bewohnern fühlen sich mittlerweile auch Einrichtungen und Geschäfte rund um die „Grünen Häuser” gestört. So schreibt Walter Norbisrath, Leiter der Realschule Bretzelnweg, in einer Stellungnahme: „Es erscheint - auch im Sinne der guten Nachbarschaft - dringend erforderlich, dass die Grünanlagen der Häuser gepflegt beziehungsweise instand gesetzt werden.”

Alle Versuche der Bewohner, die Aachener Hausverwaltung Objekta GmbH und die Eigentümergesellschaft arsago wohnen IX zur Behebung der Missstände zu bewegen. sind indes bisher gescheitert. „Man ruft an, schreibt Briefe und nichts passiert”, klagt Werner Klarbinschutz.

Unterschriftenaktion

Und das, obwohl der Eigentümergesellschaft für die Neugestaltung des Außengeländes im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt NRW” Zuschüsse in Höhe von 50 Prozent der Kosten in Aussicht gestellt wurden. Viele Mieter der 102 Wohnungen haben mittlerweile die Nase voll. Von einer „menschenunwürdigen Wohnsituation” spricht etwa eine Bewohnerin.

Über die Hälfte der rund 400 Bewohner der Grünen Häuser haben sich an einer Unterschriftenaktion beteiligt und fordern ihre Mieterrechte ein. „Wenn sich jetzt nichts bewegt, gehen wir vor Gericht.”

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