Die erste von fünf Damensitzungen in der "Hölle von Vettweiß"

8500 Glückliche pilgern ins Damensitzungsmekka: Ess dat Hollywood? Nä, die „Hölle von Vettweiß“

„Darling ... dich hät d‘r Himmel geschickt...“ Kaum hat Marita Köllner ihren neuen Sessionshit angestimmt, wird die berühmt-berüchtigte „Hölle von Vettweiß“ ihrem Namen erstmals gerecht. Die meisten der 1700 bunt köstumierten Wiever im restlos ausverkauften Festzelt am Schulzentrum hält es nicht mehr auf den Stühlen, nachdem sie zu Beginn noch Redner Martin Schopps gelauscht hatten.

Rund 8500 Frauen werden bis kommenden Freitag wieder ins Damensitzungsmekka im Südosten des Kreises pilgern, aus dem Raum Düren-Euskirchen, aber auch aus Duisburg, vom Niederrhein und aus der tiefen Eifel. Die „Hölle von Vettweiß“ ist seit Jahren NRW-weit ein Begriff, ein Garant für Stimmung pur mit einem Stelldichein der Kölner Spitzenkräfte. Kein Wunder, dass die KG Vettweiß fast genau so vielen Frauen absagen musste. „Uns lagen für die fünf Damensitzungen noch 7000 weitere Kartenwünsche vor“, berichtet der 2. Vorsitzende und Literat Marcus Maubach, „auch der Männerstammtisch war gut 1000 Mal überbucht“.

Die Zahl der Veranstaltungen noch einmal zu erhöhen, ist für die KG trotz der Rekordabsagenflut aber kein Thema. „Wir arbeiten alle ehrenamtlich“, betont Maubach. „Unsere zeitlichen Kapazitäten sind einfach ausgeschöpft.“ 20 bis 25 Mitglieder werden täglich benötigt, um das Festzelt morgens auf Vordermann zu bringen und zu dekorieren. Und neben dem Elferrat mit den Präsidenten Hans-Gerd Barkhoff und Udo Kreitz wird eine Handvoll weiterer Mitglieder für den reibungslosen Ablauf des täglich rund sechsstündigen Spektakels benötigt. Nicht wenige opfern für die „Hölle“ einen Teil ihres Jahresurlaubs. Maubach: „Eine sechste Damensitzung ist daher kein Thema.“

Stimmungskanone Marita Köllner sang das Motto des Tages: „Wille Wille Witt mir sin se Quitt“ – die Männer. Foto: ZVA/Jörg Abels

 Allen, die diesmal leer ausgegangen sind, bleibt nur die Hoffnung aufs kommende Jahr. Karten können online unter www.kg-vettweiss.de ab 2. Februar bestellt werden. Kleiner Tipp von Marcus Maubach: „Die beiden Freitagssitzungen sind immer besonders stark nachgefragt. Die Chance, Dienstag oder Donnerstag zum Zuge zu kommen, ist da weitaus größer.“

Einen großen Unterschied zwischen den einzelnen Damensitzungen gibt es musikalisch ohnehin nicht mehr. „Brings“, „Räuber“, „Paveier“ und Marita Köllner rocken bei allen fünf Terminen das Zelt, „Cat Ballou“ ist lediglich einmal nicht vertreten. Dazu gibt es mal „Kasalla“, mal die „Klüngelköpp“, mal wie zum Auftakt am Freitag die „Domstürmer“. Heiß hergehen wird es also an allen Tagen. Das ist garantiert, auch wenn die „Höhner“ diesmal fehlen. „Dafür kommen sie 2020 gleich dreimal“, kündigt Marcus Maubach an.

Selfies mit den Künstlern gehören im Vorzelt der Hölle dazu. Besonders begehrt „Paveier“-Sänger Sven Welter. Foto: ZVA/Jörg Abels

Nur bei den Rednern sorgt die KG für Abwechslung. Neben Schopps und Dave Davis, besser bekannt als Toilettenmann Motombo Umbokko, werden auch Bernd Stelter, Achnes Kasulke und die Frau Kühne erwartet.

Aber wer einmal die „Hölle von Vettweiß“ erlebt hat, der weiß, dass die meisten Frauen ohnehin nur ausgelassen feiern, singen und tanzen wollen. Für die eine oder andere sind da selbst die besten Redner nur ein notwendiges Muss. Das war am Freitag zum Auftakt nicht anders. Wenn sich „Paveier“, „Räuber“ – erstmals in Vettweiß mit ihrem neuen Sänger Sven West – und „Brings“ auf der Bühne die Klinke in die Hand geben, bleibt kaum Zeit zum Luftholen, Autogramme sammeln und Fotos machen, obwohl der direkte Kontakt zwischen Künstler und Besucher ebenso zu Vettweiß gehört wie das bis zu 40 Meter lange Spalier aus Händen, durch das sich die Künstler den Weg zur Bühne bahnen müssen, frei nach dem „Domstürmer“-Hit: „Ess dat Hollywood? Nä, die Hölle vun Vettweiß!“

Übrigens: Auch ein optisch-tänzerischer Leckerbissen darf bei den Damensitzungen diesmal nicht fehlen: die Stattgarde Colonia Ahoj.

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