Düren: Die erste Bundesliga soll den Nachwuchs locken

Düren: Die erste Bundesliga soll den Nachwuchs locken

Wenn Rolf Pütz über Entwicklungsmöglichkeiten im Badminton spricht, leuchten seine Augen als hätte er gerade drei Schmetterbälle hintereinander verwandelt. Der Mann ist Chef des 1. BC Düren, des Klubs also, der gerade mächtig an der 1. Bundesliga schnuppert. Der BC führt die Tabelle an und hat es in der Hand, der zweite Dürener Erstligist zu werden - nach Evivo Düren im Volleyball.

Pütz kann Kraft seines Amtes nicht nur den Spitzensport im Blick haben. Der Gürzenicher schaut engagiert auf den Nachwuchs - im eigenen Interesse. Allerdings ist das so eine Sache. Die Jugend von heute muss erstens erst einmal für den Sport begeistert werden und zweitens Zeit haben. Seit etwa auf den Gymnasien die Zeit bis zum Abitur von neun auf acht Jahre verkürzt wurde, beobachtet Pütz, dass es „immer schwerer wird, Jugendliche an Vereine zu binden”.

Wenn also der Nachwuchs nicht zu den Klubs kommt, dann muss der Klub zum Nachwuchs kommen, hat sich Pütz gedacht und fürs Erste Grundschulen angesprochen. Die arbeiten immer öfter im Ganztagsbetrieb und wollen ihren Schülern nachmittags ein geeignetes Programm bieten. Das könnte Badminton sein, sagt der BC-Vorsitzende Rolf Pütz und ist gerade dabei, Kontakte aufzubauen. Die Grundschulen in Hoven und Niederzier sind schon dabei, hier wird der Dürener Bundesligist im Frühjahr einmal in der Woche eine 90-minütige Trainingseinheit anbieten.

Die Finanzierung solcher Angebote kann etwa über die Fördervereine der Schulen laufen. Der BC Düren (300 Mitglieder) könne sich perspektivisch vorstellen , mit einer eigenen Trainerin in die Schulen zu gehen, wenn die Finanzierung zu bewerkstelligen ist, sagt Pütz. Mit dem Stiftischen Gymnasium Düren hat der BC bereits eine Kooperation vereinbart, „unser Ziel ist es, irgendwann in Düren eine Schule zu haben, deren Schwerpunkt der Sport ist”, sagt Pütz. Statt wie bisher in der 7. Klasse könnte Badminton schon ab Jahrgangsstufe 5 unterrichtet werden.

Auch zum Gymnasium am Wirteltor gibt es eine Verbindung - über den Kreis Düren und den Olympiastützpunkt Rheinland wird eine Arbeitsgemeinschaft angeboten. Wenn über solche Vereinbarungen mehr Nachwuchs dauerhaft zum Badminton kommt, geht die Rechnung des BC auf. „Wir sehen das ganzheitlich”, sagt Rolf Pütz. „über unsere erste Mannschaft wollen wir die Kinder motivieren, aktiv zu werden.” Der Aufstieg in der erste Liga wäre da kein Nachteil.

Mehr von Aachener Nachrichten