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Hochzeitsmesse in Düren: Die Details machen den Unterschied

Hochzeitsmesse in Düren : Die Details machen den Unterschied

Bei Hochzeiten steht noch immer das Thema Vintage hoch im Kurs. Aktuelle Trends zeigt am 30. Januar die Messe RegioHochzeit auf Schloss Burgau in Düren.

Trends kommen in der Welt der Hochzeiten ausgeprägt vor. Annähernd jedes Jahr bringt neue mit sich. Was die Brautmode anbelangt, so ist der eine große Trend inzwischen aber nicht mehr auszumachen. „Divers“ nennt Susann Lippe-Bernhard, Chefredakteurin des Magazins „Braut & Bräutigam“ aus Münster, die Auswahl im Handel. „Es gibt Kleider für den Prinzessinnenauftritt ebenso wie den Hosenanzug für die Braut im klaren Look.“ Bei den Trends geht es also nicht primär um ganz neue Kleiderstile, sondern um die Details.

So sind nun an vielen Kleidern die Ärmel abnehmbar, sagt Hochzeitsplanerin Jacqueline Exel. „Das macht ein Kleid wandelbar, man hat sozusagen zwei Looks in einem.“ Denn häufig sind die Ärmel so aufwendig gestaltet, dass sie selbst ein modisches Statement am Kleid sind – etwa Puffärmel aus transparentem Stoff, Trompetenärmel in Überlänge mit Bestickungen oder Ballonärmel aus Tüll. „‚Mix & Match‘-Kombis aus Top, Body, Rock oder Hose sowie raffinierte Überröcke, die tagsüber zur Trauung getragen und abends bei der Party abgenommen werden, sind ebenfalls gefragt“, so die Expertin.

Die „Mix & Match“-Kombinationen

Das bestätigt Stefanie Sichtling, die eine Brautmodenboutique und ein Kosmetikinstitut in Elsdorf bei Bergheim betreibt. Allerdings seien „Mix & Match“-Kombinationen eher die Favoriten für standesamtliche Trauungen. Bei den Kleidern für kirchliche Hochzeiten verzeichnet sie nach einer Welle der Schlichtheit wieder eine verstärkte Nachfrage nach voluminösen Prinzessinenkleidern mit zunehmendem Glitzeranteil sowohl im Ober- als auch im Rockteil. Bei den Stoffen mache derzeit Satin das Rennen. Pünktchenspitze sei auch ein großes Thema. Geordert hat sie für 2022 zudem lange Modelle mit kurzem Unterrock und großem Beinschlitz.

 Schloss Burgau ist am 30. Januar eine sehr gute Adresse für alle, die bald heiraten wollen.
Schloss Burgau ist am 30. Januar eine sehr gute Adresse für alle, die bald heiraten wollen. Foto: MHA

In der Regel probiert eine Braut bei ihr fünf bis sechs Kleider an, bis sie ihre Traumrobe gefunden hat. Und wer dann noch immer nichts von der Stange gefunden hat, kann bei ihr auch ein Hochzeitskleid anfertigen lassen. „Das ist aber nicht die Regel. Denn das ist teurer und dauert meist auch eine Zeit, bis es fertig ist.“ Eine außergewöhnliche Maßanfertigung, an die sie sich erinnert, war beispielsweise ein Jumpsuit für eine standesamtliche Hochzeit, bei der unter einem weiten Tüllrock eine Hotpant durchschimmerte. „Das sah mega aus. Und wo findet man so was sonst?“

Weniger Bling-Bling

„Weniger Bling-Bling, mehr Vintage“ ist das Motto bei den Bräutigamen, konstatiert Frank Wienand, Inhaber eines Modegeschäfts in Aachen. „Statt glänzend, verspielt und verschnörkelt sind die Stoffe jetzt derber, grober, knittriger und stumpfer von der Anmutung her“, sagt er und nennt Baumwolle und Leinen als Favoriten. Als nostalgische Accessoires trage Mann Hosenträger und Schleife, hin und wieder auch Kappe. Das sei sehr gefragt und passe gut zu den gerade angesagten Vintage-Hochzeiten mit Scheunen- und Bauernhofpartys. „Beliebte Farben sind hellblau oder beige. Mitunter haben die Stoffe Muster, zum Beispiel Karos. Vom Schnitt her sind die Sakkos wieder länger, die Revers breiter, die Schultern bleiben schlank und die Hosen haben Bundfalten“, so der Fachmann für Maßanfertigungen, der in seinem Geschäft aber auch Mode von der Stange anbietet.

 Es gibt wertvolle Tipps, auch rund ums Essen.
Es gibt wertvolle Tipps, auch rund ums Essen. Foto: MHA

In puncto Hochzeitsschmuck leisten sich Männer inzwischen vielfach schöne Manschettenknöpfe zum Fest – gestalterisch passend zu den ausgewählten Trauringen, weiß Goldschmiedemeisterin Meike Thomas aus Alsdorf. Bei den Damen seien zarte Kreationen mit Perlen als Solitär, zunehmend aber auch solche mit einem hellen Stein, etwa Rosenquarz oder Bergkristall, en vogue. „Die klassische Kette mit Perlen ringsherum hat ausgedient“, hat sie festgestellt.

 Welches Kleid darf es denn sein? Auch in Sachen Kleiderwahl gibt es bei der Hochzeitsmesse die richtigen Ansprechpartner.
Welches Kleid darf es denn sein? Auch in Sachen Kleiderwahl gibt es bei der Hochzeitsmesse die richtigen Ansprechpartner. Foto: MHA

Auch bei den Trauringen wünschen sich Paare Individualität. „Für viele ist ein Trauring das einzige Schmuckstück, das sie im Alltag tragen. Daher möchten sie etwas ganz Besonderes auswählen, das man nicht an jeder Hand sieht.“ Individualität könne man über Form, Farbe, Breite, Oberfläche, Gravuren und Steine erreichen, zum Beispiel farbige Diamanten. Und was die Goldfarbe angeht, so sagt die Expertin: „Da geht alles. Allerdings haben Rosé- und Rotgold endlich ihren Stellenwert gefunden, den sie verdienen. Denn gerade diese Legierungen harmonieren zu ganz vielen Hauttönen.“

Das volle Programm

Mit Schmückendem befasst sich auch Martina Blum aus Langerwehe, die Events stylt und in Szene setzt mit Möbeln, die sie verleiht. „Bei mir bekommt man das volle Programm aus einem Guss, von der Einladung über die Blumendekoration, die Stühle, die Tische bis hin zu den Platztellern und dem Besteck“, erklärt die gelernte Modedesignerin, die Hochzeiten mit bis zu hundert Personen ausstattet. Ihrer Erfahrung nach sind aktuell noch immer liebliche, verspielte Dekorationen im Vintage- oder Boho-Style beliebt – mit viel Weiden- oder Maisgras, Holz, Blätterranken, Efeugirlanden oder Eukalyptuszweigen und feinen goldenen Akzenten.“

Folgten Brautpaare aber dem vom US-amerikanischen Pantone Color Institute für 2022 weltweit festgelegten Farbtrend, müsste in diesem Jahr der Lilaton „Very Peri“ ganz hoch im Kurs stehen, eine Farbe, die sich in der Natur zum Beispiel bei Pflanzen wie Lavendel, Flieder oder Immergrün wiederfindet, so die gelernte Modedesignerin. „Allerdings ist, was theoretisch zum Trend erkoren wird, nicht immer das, was realistisch nachgefragt wird“, weiß sie.