Düren: Die Chefin ist eine echte Leseratte

Düren: Die Chefin ist eine echte Leseratte

„Ich lese gerne. Das ist eigentlich alles.” Die Erklärung von Alexandra Oidtmann, warum sie Bibliothekarin geworden ist, ist denkbar einfach und denkbar logisch. „Ich wollte einfach etwas mit Büchern machen”.

Und da hat die 38-Jährige nach dem Abitur zuerst eine Ausbildung zur „Assistentin in öffentlichen Bibliotheken” gemacht und anschließend noch Bibliothekswesen studiert. Seit dem 2. Februar ist sie die neue Leiterin der Kinder- und Jugendbücherei in Düren und hat die Nachfolge von Rita Plum angetreten, die jetzt die Gemeindebücherei im Eifelstädtchen Simmerath leitet.

„Ich habe schon ziemlich oft die Stelle gewechselt”, sagt Alexandra Oidtmann, „weil ich fast immer befristete Arbeitsverträge hatte.” Oidtmann hat schon in Gladbach und Hameln gearbeitet, einmal sogar in einer Wirtschaftsbibliothek und im Bücherbus der Stadt Köln. Zuletzt hat sie die Kinder- und Jugendbücherei in Recklinghausen geleitet. „Kinder und Jugendliche liegen mir schon sehr am Herzen”, sagt die Bibliothekarin. „Ich finde es toll, mich mit jungen Leuten über Literatur zu unterhalten. Über Harry Potter zum Beispiel, aber auch über die tollen Bilderbücher, die es gibt.”

Nach Düren wollte Alexandra Oidtmann in erster Linie aus privaten Gründen, ihr Lebensgefährte lebt im Kreis Heinsberg. „Die Dürener Kinder- und Jugendbücherei hat mir einfach sehr gut gefallen. Das Gebäude und auch der Bestand sind wirklich gut. Und auch die Kollegen fand ich sehr nett.” Rund 40 Männer und Frauen haben sich übrigens auf die Stelle in Düren beworben, was auch dafür spricht, dass die Bibliothek mit etwa 20.000 Medien zum Ausleihen durchaus attraktiv ist.

Alexandra Oidtmann will demnächst die „Selbstverbuchung” in Düren einführen. Will heißen, dass Büchereikunden an einem eigenen Computerterminal die Medien, die sie ausleihen möchten, selbst eintragen können. „Damit”, so Karin Call-Stinner, Leiterin der Erwachsenenbücherei, „kann es uns vielleicht gelingen, die Öffnungszeiten unserer Bücherei wieder etwas auszuweiten. Und wir können ein wenig die Personalreduzierung auffangen.”

Ansonsten will Alexandra Oidtmann ein Konzept für das Programm „Kulturrucksack” erstellen, mit dem auch Kinder aus sozial schwächeren Familien mehr und verstärkt an Kultur herangeführt werden sollen. Außerdem möchte sie natürlich die erfolgreichen bestehenden Aktionen der Kinder- und Jugendbücherei wie die (zweisprachigen) Vorlesenachmittage oder die Bastelaktionen fortsetzen. „Ich freue mich einfach sehr auf meine neuen Aufgaben”, so Oidtmann.

Wenn sie nicht arbeitet, treibt Alexandra Oidtmann gerne Sport, oft ist sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs. „Mein Lebensgefährte hat einen Jagdhund”, erzählt sie, „und der braucht schon ganz schön viel Auslauf.” Außerdem geht sie gerne ins Kino, und ein ganz wichtiges Hobby darf an dieser Stelle natürlich nicht vergessen werden: Logisch, dass Alexandra Oidtmann gerne liest. Sehr gerne sogar. Und da schließt sich dann wieder der Kreis von einer, die irgendwie auch ihr Hobby zum Beruf gemacht hat.

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