Luftreinhaltung an der Euskirchener Straße: Die CDU hält Lkw-Fahrverbot für ausreichend

Luftreinhaltung an der Euskirchener Straße : Die CDU hält Lkw-Fahrverbot für ausreichend

Die CDU-Fraktion im Dürener Stadtrat lehnt die Verringerung der Fahrspuren auf der Euskirchener Straße zwischen Friedrich-Ebert-Platz und „Am Krausberg“ trotz der neuen Argumente der Verwaltung weiter entschieden ab.

Die Christdemokraten sind überzeugt, dass alleine schon eine konsequente Umsetzung des seit 1. November geltenden Lkw-Fahrverbots ausreicht, um die in der engen Häuserschlucht gemessenen Stickstoffdioxid-Werte so deutlich zu senken, dass ein vor Gericht drohendes Dieselfahrverbot vermieden werden kann.

Die Christdemokraten verweisen auf die im November und Dezember gemessenen Werte, die „niedrig­sten seit Einführung der Messungen überhaupt“, betont CDU-Fraktionschef Stefan Weschke. Mit 38,8 und 44,6 liegen sie bereits unter oder nur noch knapp über dem EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm je Kubikmeter Luft, aber deutlich unter dem Wert von 50, den die Bundesregierung für Fahrverbote noch als verhältnismäßig erachtet. Und die CDU ist überzeugt, dass die Messwerte spätestens dann noch weiter zurückgehen, wenn das Lkw-Fahrverbot ab dem Frühsommer mit einer „Blitzsäule“ konsequent überwacht wird.

Sie stützt ihre Argumentation auf den 2013 von der Bezirksregierung Köln in Kooperation mit der Stadt Düren erstellten und bis heute gültigen Luftreinhalteplan. In diesem wird dargelegt, dass die schweren Nutzfahrzeuge überproportional zu den Abgassemmissionen auf der Euskirchener Straße beitragen. Für Lkw/Busse wurde ein Anteil von 47 Prozent errechnet. „Wenn also das Lkw-Fahrverbot konsequent umgesetzt wird, müssten sich die Messwerte halbieren“, schlussfolgert der verkehrspolitische Sprecher der CDU, Hermann-Josef Geuenich.

Weitergehende Maßnahmen wie die Verringerung der Fahrspuren, die eine Einsparung von fünf bis zehn Prozent brächten, seien damit überflüssig, steht für die CDU fest. Eine Einschätzung, die im Übrigen auch das NRW-Verkehrsministerium auf Nachfrage der CDU teile, betont Weschke, zumal seine Fraktion davon ausgeht, dass weniger Fahrspuren ohnehin kontraproduktiv seien. Mit dem Wegfall von jeweils einer Spur verdoppele sich die Verkehrsdichte, so dass sich die Zahl der Staus mit erhöhtem Abgasausstoß drastisch erhöhe, verweist Weschke auf ein anerkanntes Modell der Stauvorhersage. Und die Ein- und Ausparkvorgänge auf den angedachten Parkstreifen würden zusätzlichen Stop-and-Go-Verkehr erzeugen.

Letztlich sei auch die Dürener Feuerwehr alles andere als glücklich mit den vom Tiefbauamt verfolgten Plänen, berichtet Weschke von einem Gespräch mit Wehrleiter Johannes Rothkranz. Bei einer Einspurigkeit werde es zu längeren Anfahrtszeiten der Rettungs- und Feuerwehrwagen kommen, sind Weschke und Geuenich überzeugt. Dass Argument der Verwaltung, die Radfahrerschutzstreifen könnten ja im Ernstfall mitbenutzt werden, so dass in jeder Richtung 5,50 Meter zur Verfügung stünden, lässt die CDU nicht gelten, vor allem nicht nach dem tödlichen Unfall auf einem dieser Schutzstreifen auf der Aachener Straße vor gut zwei Wochen.

Die CDU hofft, dass sich Teile der „Ampel“ am Mittwoch im Stadtrat dieser Argumentation nicht verwehren können und die Fahrbahnreduzierung zum jetzigen Zeitpunkt endgültig gekippt wird – wenn nötig in geheimer Abstimmung. Sinnvoll sei ein solcher Schritt erst, wenn die Ostumgehung Ende 2020 komplett fertiggestellt ist. Jetzt würde sie nur zu einer Verkehrsverlagerung in den Dürener Südosten und auf die Tangente Oststraße/Hohenzollernstraße/Kölnstraße führen, befürchtet die CDU.

(ja)
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