Falsche 50-Euro-Scheine: Die beiden Angeklagten geben sich ahnungslos

Falsche 50-Euro-Scheine : Die beiden Angeklagten geben sich ahnungslos

Wenn man die Reaktionen der Prozessbeteiligten richtig deutet, haben die falschen Fünfziger eine ziemlich gute Qualität. Auf den ersten Blick jedenfalls fallen die Blüten nicht als Fälschungen auf. Erst beim Anfassen und im Gegenlicht deuten sich erste Zweifel an.

Nur so ist es zu verstehen, dass zwischen Anfang Februar und Anfang März 2017 drei dieser Scheine beim Bezahlen in mehreren Geschäften in und um Düren akzeptiert wurden.

In zwei weiteren Läden wurden die Blüten nicht angenommen, nachdem sie durch ein Prüfgerät beziehungsweise einen Spezial-Prüfstift als Fälschung entlarvt wurden. Deshalb wurde in einem Drogeriemarkt in der Dürener Innenstadt sowie bei einem Schnell-Restaurant an der Kuhgasse auch die Polizei eingeschaltet.

In beiden Fällen hatte eine damals 22-jährige Kundin damit bezahlen wollen. Die junge Frau, die jetzt vor dem Schöffengericht angeklagt ist, gab sich ob der falschen Banknoten jeweils ahnungslos. Eine Durchsuchung ihrer Wohnung brachte jedoch — so heißt es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft — drei weitere gefälschte 50-Euro-Scheine zutage.

Zur Herkunft der Geldscheine erklärte der 26-jährige Lebensgefährte der Frau, er habe zuvor das E-Bike seiner Mutter über ein Internet-Portal verkauft. Bei der Übergabe des von einem Elektromotor unterstützten Fahrrades am Dürener Bahnhof habe er von dem Käufer, dessen Namen er nicht kenne, den Kaufpreis in Höhe von 450 Euro in neun 50-Euro-Scheinen erhalten.

Er könne es sich nur so erklären, dass diese Scheine gefälscht waren, denn er habe das Geld in die gemeinsame Haushaltskasse gelegt. Da seine Lebensgefährtin für die Einkäufe zuständig sei, habe sie das Geld bei diversen Einkäufen ausgegeben oder dies versucht.

Beide erklärten über ihre Anwälte, ihnen seien die Scheine nicht als Falschgeld aufgefallen. Dem 26-Jährigen wird zudem Betrug in zwei Fällen vorgeworden. Im Dezember soll er Möbel für etwa 6300 Euro bestellt haben, obwohl er drei Monate zuvor die Eidesstattliche Versicherung über seine Vermögenslosigkeit geleistet hatte. Die Rechnung soll er ebenso wenig bezahlt haben wie die Kosten für die Montage der Möbel.

Zurück zum Falschgeld. Auch aus Kreuzaus meldeten sich zwei Geschäftsleute, bei denen zur fraglichen Zeit falsche Fünfziger aufgetaucht waren. Das Gericht unter Vorsitz von Richterin Christina Lange will weitere Zeugen laden. Der Prozess wird am Dienstag, 9. Oktober, ab 13.30 Uhr fortgesetzt.

(hp)
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