Die Awo geht mit dem Bollerwagen auf die Spielplätze

Brücken bauen : Andere Kulturen kennen keine Kitas

Die Betreuung der Jüngsten in Kindergärten und Kindertagesstätten ist für die meisten Bürger absolut selbstverständlich. Es gibt aber auch Familien, vor allem von Geflüchteten und anderen Ausländern, in deren Heimatländern es solche Einrichtungen gar nicht gibt.

Außerdem ist es in manchen Kulturen und Religionen nicht üblich, sein Kind in die Betreuung anderer zu geben.

Auch diese Leute über die Möglichkeiten und Vorzüge dieser Einrichtungen aufzuklären und sie über niedrigschwellige Angebote an die Nutzung heranzuführen, ist der Zweck des Bundesprogramms „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Damit sollen Zugangshürden abgebaut und der Einstieg in die Kindertagesbetreuung erleichtert werden, damit möglichst alle Kinder vom System der frühkindlichen Bildung und Betreuung profitieren können.

Im Stadtgebiet Düren gibt es zurzeit zwei „Anker-Kitas“, die am entsprechenden Programm teilnehmen. Das Jugendamt der Stadt erhält dafür bis 2020 jährliche Bundeszuschüsse von 150.000 Euro.

Bei einem Besuch in der integrativen Kindertageseinrichtung „Eiswiese“ des AWO-Kreisverbandes Düren informierten sich der AWO-Kreisvorsitzende Karl Schwarz, Bürgermeister Paul Larue und der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung Thomas Rachel MdB gut ein Jahr nach dem Start des Programms über den Stand der Umsetzung.

Jeanette Beuscher berichtete, dass man schon 123 Familien erreicht und dadurch 39 Kinder in die Gruppen vermittelt hat. Dabei arbeiten die Stadt, die Evangelische Gemeinde und die Arbeiterwohlfahrt auch mit diversen anderen Verbänden und Ämtern zusammen.

In den einzelnen Kitas bieten die vier Fachkräfte neben Spielgruppen, die anfangs für Eltern und Kinder offen sind, auch Arbeit im Umfeld an. So gehen die Erzieherinnen beispielsweise unter dem Motto „Kita im Koffer“ mit einem Bollerwagen voller Spielgeräte auch auf Spielplätze. Bei der Aufklärung der Eltern gilt es unter anderem, Ängste zu überwinden, die aus Kriegstraumata resultieren können.

Für Interessierte gibt es jeden Dienstag von 8.30 bis 11.30 Uhr eine „Offene Eltern-Sprechstunde“ in der AWO-Kita „Lollypop“ an der Schulstraße. Zu den Spielgruppen, die am Bundesprogramm teilnehmen, gehört außerdem der „Offene Treff“ für Eltern und Kinder im Bürgerhaus Düren-Ost an der Nörvenicher Straße und die Spielgruppe „Ostkids“ in der Wohnanlage Rotterdamer Straße.

(kel)
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