Düren: Die 40. Dürener Autoschau zeigt eine Branche im Umbruch

Düren : Die 40. Dürener Autoschau zeigt eine Branche im Umbruch

Die Automobilbranche befindet sich im Umbruch. Ein Prozess, den auch die Kunden spüren. Wer heute ein Auto kauft, will wissen, ob er damit morgen noch fahren kann. Aber wie sieht die Mobilität der Zukunft aus? Für welchen Motor entscheidet man sich heute? Auf all diese Fragen konnte die 40. Dürener Autoschau, die am Sonntag zum 5. Mal in der Innenstadt eröffnet wurde, nur teilweise Antworten liefern.

Zwölf Händler präsentierten Fahrzeuge von 25 Marken — das allein zeigt, wie hoch der Druck in der Automobilbranche ist. Das klassische Autohaus mit einer Stammmarke wird seltener. Und wer gar beim Rundgang gezielt Fahrzeuge mit Elektro- oder Hybridmotor suchte, wurde nur begrenzt fündig.

...emissionsfreie Mobilität für Kinder auf Bobbycars und ... Foto: Burkhard Gießen

Aachener Autobauer eGo noch nicht dabei

...Oldtimer auf dem Marktplatz — die Automobilbranche befindet sich in einem Umbruch. Foto: Burkhard Giesen

Dabei hatte Innungschef Rolf Ferebauer eigens noch versucht, den Aachener Autobauer eGo nach Düren zu locken — zu früh, wie er sagte: „Die fangen gerade an, ihre Produktion aufzubauen und haben noch keine Autos, die man hätte präsentieren können.“

Antworten auf die Fragen und Zweifel der Kunden hatte Ferebauer dennoch parat und regte vor allem an, mit den Händlern vor Ort zu diskutieren und sich zu informieren. Er ist sich sicher, dass Verbrennungsmotoren nicht dauerhaft von Elektromotoren ersetzt werden können, sie derzeit eher als Alternative zu betrachten seien. „Klar ist, dass wir die festgefahrenen Wege aufbrechen müssen. Wir benötigen aber nachhaltige Konzepte. Was nützt ein Elektroauto, wenn der Strom aus der Steckdose aus Tihange kommt oder nur mit Braunkohle hergestellt werden kann?“, fragte er.

Was Ferebauer mit Nachhaltigkeit meint, machte er auch am Beispiel der Feinstaubbelastung an der Euskirchener Straße fest: „Wegen einer Belastung auf weniger als 500 Metern gibt es eine Klage gegen die Stadt Düren. Jetzt fahren wir einen Umweg von 1,5 Kilometern. Und das soll umweltfreundlich sein? Solchen Diskussionen kann ich nicht folgen.“

Elektromotoren mit Wasserstoff antreiben

Zu den nachhaltigen Konzepten könnten hingegen Autos gehören, die mit Wasserstoff Elektromotoren antreiben und so auch für entsprechende Reichweiten sorgen. „In Deutschland forschen die Hersteller noch an diesen Antrieben“, sagte Ferebauer. Japanische Hersteller sind hier weiter.

Der beworbene Vorsprung durch Technik deutscher Hersteller gilt so nicht mehr, wie auch Bürgermeister Paul Larue (CDU) bei der Eröffnung der Autoschau feststellen musste. Tags zuvor waren die neuen europaweiten Abgasgrenzwerte in Kraft getreten. Larue: „Ein französischer Autokonzern hat verkündet, dass sie mit allen Autos die neue Norm erfüllen, während deutsche Kunden auf Monate hinweg vertröstet werden. Das ärgert mich.“

So wichtig wie für Larue die Auto-Mobilität ist („Die Mitte der Stadt muss Platz für Autos haben, damit die Kunden nach Düren kommen können.“), so sehr sei es ihm aber auch ein Anliegen, sich breiter aufzustellen: bei Radwegen, beim ÖPNV und bei neuer Technik: „Sich Innovationen zu verschließen, wäre tödlich.“

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