Düren: Derichsweiler Sänger hofft beim „Jeckduell“ auf viele Stimmen

Düren : Derichsweiler Sänger hofft beim „Jeckduell“ auf viele Stimmen

Sein Markenzeichen ist sein rotes Klavier. Das hat Holger Quast immer dabei — und damit begeistert er die Jecken im Dürener und Kölner Land. Der Vermögensberater der Sparkasse Düren ist einer der wenigen Einzelkünstler, die im Karneval unterwegs sind — und das auch noch mit eigenen Liedern.

Der 43-Jährige war schon immer im Karneval auf Tour, früher überwiegend bei seiner Heimatgesellschaft in Derichsweiler, der KG „Blau-Weiße Sterne“, seit zwei Sessionen als Sänger „Ne joode Jong“. Rund 40 Auftritte absolviert er zwischen Januar und Aschermittwoch. Etwa die Hälfte davon im Kreis Düren, die andere in Köln und Umgebung. Seinen größten Auftritt hatte er in der Kölner Wolkenburg vor rund 1600 Jecken. „Ich mag aber eher die kleinen Säle. Ich brauche den direkten Kontakt zum Publikum. Das gefällt mir sehr.“

Quast komponiert und textet seine eigenen Lieder, seinen aktuellen Sessionshit, der passenderweise so heißt wie er selbst, also „Ne joode Jung“, hat Björn Heuser für ihn komponiert. Heuser ist kein Unbekannter: Vor allem seine Mitsingkonzerte haben ihn berühmt gemacht. Aber auch der Hit „4711“ der „Klüngelköpp“ stammt aus seiner Feder.

Zwei Einzelkünstler

„Ich habe Björn Heuser bei einem Auftritt getroffen, und wir sind ins Gespräch gekommen, weil wir beide Einzelkünstler sind. Davon gibt es im Bereich Musik nicht sehr viele.“ Als das Angebot von Heuser kam, für Quast ein Lied zu schreiben, musste der nicht lange überlegen. „Das war für mich eine Ehre. Da habe ich sehr gerne Ja gesagt.“

Am Montagabend erlebt Holger Quasts junge Karriere einen ersten Höhepunkt. Er ist im Finale der karnevalistischen Hitparade „Jeckduell“ von WDR 4. „Ich habe mich schon einmal selbst für diesen Wettbewerb beworben und bin nicht genommen worden“, erzählt Quast. „In diesem Jahr kam eine Mail vom Sender, dass ich dabei bin.“

Alle, die im Kölner Karneval Rang und Namen haben, sind beim „Jeckduell“ dabei — qualifiziert haben sich neben dem Mann aus Derichsweiler bekannte Bands wie die „Paveier“, „Bläck Fööss“ und „Höhner“. „Kasalla“ um den aus Hürtgenwald stammenden Musiker Florian Peil, die nach „Piraten“ einen Hit nach dem anderen landen, schafften es nicht ins Finale. Sie sind in der gleichen Vorrunde wie Holger Quast angetreten, aber ausgeschieden.

„Ich kann das nicht erklären“, sagt Quast. „Es können nicht nur meine Freunde und Bekannten sein, die für mich abgestimmt haben. Ich bin natürlich wahnsinnig stolz.“ Quast ist überzeugt, dass seine Zusammenarbeit mit Björn Heuser und die Tatsache, dass sein aktueller Hit auf der Karnevals-CD Ajuja vertreten ist, von Vorteil war.

Klar, dass der Derichsweiler am Montagabend vor dem Radio sitzt. Und hofft, dass viele via Internet oder Telefon für ihn abstimmen. „Es geht nur um die Ehre, gewinnen kann man sonst nichts“, sagt Holger Quast.

„Aber für mich ist das schon eine riesige Sache, überhaupt mit dabei zu sein.“

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