Der Weiher am Burgauer Schloss droht wegen Algenwachstum umzukippen

Explosionsartiges Algenwachstum : Der Weiher am Burgauer Schloss droht umzukippen

Wenn Spaziergänger dieser Tage rund um Schloss Burgau wandern und auf den Schlossteich blicken, sehen sie nur noch eine ekelig anmutende grüne Brühe. Die hohen Temperaturen der vergangenen Wochen und die permanente Fütterung von Enten, Gänsen und Schwänen sind nicht spurlos an dem stehenden Gewässer vorübergegangen und haben das Algenwachstum explodieren lassen. Der Schlossweiher droht, umzukippen.

Um das zu verhindern, hat sich die Stadt nun mit dem Technischen Hilfswerk in Verbindung gesetzt, dass mit Hochleistungspumpen kubikmeterweise Frischwasser in den Schlossweiher einleiten wird.

„Zum Glück sind noch keine Fische verendet“, betont Hermann Josef Koch, Vorsitzender des Kreisfischervereins Düren, der seit Ende der 50er Jahre das Fischereirecht ausübt. Aber es ist höchste Eisenbahn. Dabei ist es noch nicht einmal der Sauerstoffgehalt, der den Anglern und der Stadt Sorgen bereitet. Der steige am Tag aufgrund des Algenwachstums sogar noch an, erklärt Koch, und könnte allenfalls nachts zum Problem werden. Größte Sorgen bereitet aktuell der PH-Wert. „Der liegt derzeit bei 9,5“, erklärt der Experte, „ab 10 sterben die ersten Fische.“

Der Weiher an Schloss Burgau wurde früher nur von einem kleinen Bach gespeist. Weil der aber immer häufiger vor allem in den Sommermonaten austrocknete, wurde bereits vor Jahren ein Rohr vom Niederauer Mühlenteich zum Schlossweiher verlegt, erklärt Hermann Josef Koch. Allerdings reichte der Zulauf zuletzt nicht aus, um genügend Frischwasser in die rund 1,5 Hektar große Teichanlage rund um den See einzuspeisen und das massive Algenwachstum zu verhindern.

Dringender Appell

Dies wird nicht nur von hohen Temperaturen, sondern auch von der permanenten Tierfütterung begünstigt. Ein Problem, das schon seit Jahren existiert. Hinweisschilder mit der Aufschrift „Nahrungssuche ist unsere Sache. Sie brauchen uns nicht dabei zu helfen. Für die Enten und Fische – Der Bürgermeister“ werden ignoriert. Nicht gefressene Reste lagern sich am Grund des bis zu 1,80 Meter tiefen Hauptweihers ab und entziehen dem Wasser Sauerstoff. Als Folge vermehren sich die Algen explosionsartig. Das Wasser färbt sich grün und am Boden des Weihers sowie an den Uferrändern bilden sich dicke Faulschlammschichten.

Daher appelliert die Stadt erneut eindringlich an alle Bürger, Tiere an öffentlichen Wasserflächen nicht zu füttern. Mit der gut gemeinten Nahrungszufuhr werde das ökologische Gleichgewicht gestört. „Der Schlossteich ist ein diffiziles Biotop“, betont der Kreisfischereiverein. „Noch sind wir von einem Fischsterben verschont geblieben“, unterstreicht Hermann Josef Koch. Dass vor wenigen Tagen ein großer Hecht tot am Ufer gefunden wurde, sei wahrscheinlich auf Altersschwäche zurückzuführen. Nichtsdestotrotz sei eine spürbare Frischwasserzufuhr für die Karpfen, Schleien, Hechte und Zander jetzt aber überlebenswichtig.

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