Vettweiß: Der Standort des Bahnsteigs für die Bördebahn löst Diskussionen aus

Vettweiß : Der Standort des Bahnsteigs für die Bördebahn löst Diskussionen aus

Wenn Bürgermeister Joachim Kunth von der Reaktivierung der Eifel-Bördebahn spricht, leuchten seine Augen. Die Aussicht, einmal täglich in zehn Minuten in Euskirchen zu sein, mit direktem Anschluss Richtung Bonn, könnte der Gemeinde einen enormen Wachstumsschub geben, ist der CDU-Politiker überzeugt, gewerblich wie von der Zahl der Einwohner her.

Doch bis der Vorlaufbetrieb im Dezember 2019 startet, muss die rund 30 Kilometer lange Strecke, die sich seit April im Eigentum der Beteiligungsgesellschaft Kreis Düren (BTG) befindet, erst noch mit Millionenaufwand ertüchtigt werden. Allein acht Bahnübergänge entlang der Strecke müssen auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden. Auch müssen die Bahnsteige in Vettweiß, Jakobwüllesheim, Rommelsheim und Binsfeld für jeweils rund 400.000 Euro neu angelegt werden, erklärte Alfred Berrisch (BTG) am Dienstagabend bei der Vorstellung der konkreten Pläne für die Ortschaft Vettweiß im Vorfeld des anstehenden Planfeststellungsverfahrens.

An einzelnen Feldwegbahnübergängen am Ortsrand werden Sichtflächen freigeschnitten, um eine Durchfahrt der Züge ohne Anhalten zu ermöglichen. Einer werde aufgegeben, da der Feldweg in Abstimmung mit der Gemeinde nicht mehr benötigt wird, erklärte Berrisch. Auch noch weitgehend unstrittig war der Ausbau der Sicherungstechnik an den Bahnübergängen an der Gereonstraße und in Kettenheim, wobei letzterer einen separaten Übergang für Fußgänger erhalten wird, weil die Dorfstraße nicht breit genug ist.

Deutlich kritischer allerdings wurde der Plan bewertet, den bisherigen Haltepunkt Vettweiß auf der südwestlichen Seite der Gereonstraße, der Seite des Rathauses, auszubauen. Er soll 85 Meter lang werden, mindestens 2,50 Meter breit, barrierefrei über eine Rampe erreichbar, mit Wartehallen, Sitzmöglichkeiten und einer überdachten Fahrradabstellanlage. Ortsvorsteher Franz Wilhelm Erasmi (CDU), grundsätzlicher Befürworter der Bördebahn, und andere forderten, den Bahnsteig auf der südöstlichen Seite entlang des Lindenwegs zu bauen, weil dort bereits Parkplätze vorhanden sind. Bahnnutzer müssten dann nicht mehr die Gereonstraße überqueren.

Ein Einwand, auf den Berrisch nur bedingt vorbereitet war. Inwieweit dort Privatgrundstücke den Bau eines Bahnsteiges verhindern, konnte er auch mit Hilfe des Bauamtes der Gemeinde ad hoc nicht beantworten. Dies soll jetzt noch geprüft werden, bevor die Planfeststellungsunterlagen an die zuständige Bezirksregierung Köln geschickt werden.

Während Berrisch von einer „Entwicklungslänge von mindestens 100 Metern“ für den Bahnsteig sprach, seien laut Christoph Gödecke von der Rurtalbahn (RTB) als Betreiber der Strecke sogar mehr als 150 Meter erforderlich. Gödecke begründete dies damit, dass perspektivisch die Möglichkeit gegeben sein müsse, den Bahnsteig bei Bedarf auch so ausbauen zu können, dass zwei aneinandergekoppelte Triebwagen mit einer Länge von jeweils 70 Metern Platz finden.

Nach derzeitigem Stand erwarten BTG und RTB den Planfeststellungsbeschluss für die Baumaßnahmen entlang der Strecke in spätestens einem Jahr, so dass die Arbeiten noch vor Start des Vorlaufbetriebs im Dezember 2019 abgeschlossen sein könnten.

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