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Wetter im Kreis Düren: Der November macht seinem Namen keine Ehre

Wetter im Kreis Düren : Der November macht seinem Namen keine Ehre

Ein Blick auf den November: Es war vergleichsweise mild, sonnig und trocken im Kreis Düren. NRW-weit gehörte er sogar zu den Rekordregionen. Ein Blick auf Ausreißer und Spitzenwerte.

Die unterschiedlichen Farben der kontrastreichen Jahreszeit wurden in diesem Jahr besonders im November sichtbar. Wenig Regen und viel Sonnenschein – der November 2020 hat seinem Namen als grauer Monat keine Ehre gemacht. Bis zum 19. November dauerte die fast spätsommerliche Witterung mit Werten sogar über 20 Grad in der Bördenlandschaft an. Besonders der kleine „Allerheiligensommer“ (Düren-Hoven 22,1 Grad; Jülich 21,5; Düren 21,4, Nörvenich 21,2; Vettweiß 20.8) und die „Martinswärme“ (Vettweiß 17,5; Aldenhoven 18,1) waren in diesem Jahr sehr gut ausgeprägt. So hohe Spitzenwerte wie am 2. November gab es im November seit 1947 noch nie.Die Nacht vom 1. zum 2. November war zudem in Düren mit einem Tiefstwert von 17,6 Grad so warm wie an keiner anderen Station in NRW.

Mit Mitteltemperaturen von 8,3 Grad in Nörvenich, 8,4° in Düren und 8,5 in Jülich, sowie 7,0 auf dem Kermeter war der November wärmer als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Die Abweichungen betrugen plus 2,1 Grad im Flachland und fast 3 Grad in Lagen von 400 bis 600 Meter Seehöhe.

Ursache waren die vielen Hochdruckwetterlagen mit südlicher Strömung und damit verbundene Inversionen – Wärme auf den Bergkuppen und Kälte in den Tallagen. Der wärmste November im Raum Düren-Jülich seit 1937 schaffte 1994 eine Mitteltemperatur von 9,9 Grad und der kälteste 1993 fast winterliche 2,1 Grad.

Die mit Abstand niedrigsten Temperaturen im November 2020 wurden am 30. erreicht. Bei minus 6 bis 8 Grad zwischen Vettweiß und Linnich starben die letzten Sommerblumen ab und das erste Eis auf kleinen Seen wurde gebildet. Die niedrigsten Werte am Erdboden ohne Schneedecke meldete die Station Düren im Rurtal mit  minus 11,1 Grad und Schmidt-Harscheid mit minus 9,7 Grad. Die Zahl der Frostnächte im Kreis entsprach mit fünf bis neun Tagen etwa dem Langzeitwert.

Teil der zu trockenen Monate

Der November reiht sich ein in die Serie der zu trockenen Monate des Jahres 2020. Hochdruckgebiete dominierten das Wetter mit zum Teil extremen Luftdruckwerten, etwa 1041 Hektopascal am 5. November. Nur an wenigen Tagen wurden Böen der Stärke 8 registriert, zum Beispiel mit 78 km/h am 15. November in Jülich und 68 km/h in Nörvenich. Eine Schneedecke bildete sich erst am Abend des 30. in den höchsten Lagen rund um Udenbreth.

Der Blick auf die Niederschlagssummen zeigt starke Abweichungen von den Langzeitwerten. Nur 21 Liter pro Quadratmeter fielen in Hergarten und damit nur 34 Prozent des Mittels. Im Raum Düren-Jülich gehörte der November 2020 mit 17 bis 19 Litern pro Quadratmeter zu den fünf trockensten seit 1930. Rekordhalter bleibt der November 2011 mit zwei Litern pro Quadratmeter.

Weitere Niederschlagssummen zum Vergleich mit ihren Wohnorten: Tagebau Hambach 12 Liter pro Quadratmeter, Düren-Hoven und Tagebau Inden 14, Hergarten-Vlatten 15, Drove und Düren 17, Hasenfeld, Düttling und Aldenhoven 18, Jülich und Heimbach 19, Vettweiß 20, Hergarten 21, Nörvenich 22, Kermeter 24, Schmidt-Harscheid 27, Hürtgenwald-Brandenberg 32 und Vossenack 36.

Der November 2020 geht bei den Sonnenscheinsummen mit einem zweiten Platz hinter 2011 in die Statistik ein. Die Mittelwerte wurden in allen Höhenlagen um 50 Prozent übertroffen. Spitzenreiter bei den Sonnenstunden sind Drove mit 138 Stunden und Aldenhoven mit 130.

(red)