Zu dunkel, zu kalt, zu trocken: Der Mai zeigt sich in Düren von der ungemütlichen Seite

Zu dunkel, zu kalt, zu trocken : Der Mai zeigt sich in Düren von der ungemütlichen Seite

Im Kreis Düren war der letzte Frühlingsmonat zu kalt, regional zu nass und sehr sonnenscheinarm, also alles andere als ein Wonnemonat. Nur an den Ostertagen überwog frühsommerliches Wetter, ansonsten herrschte eher Aprilwetter und das sogar mit Schneefällen.

Vor allem bis zum 17. Mai war es deutlich zu kalt und in den klaren Nächten gab es wiederholt Bodenfröste. Grund für diese Kälteperiode waren die vorherrschenden Nordwest- bis Nordost-Winde bei gleichzeitigem, blockierendem Hochdruck auf dem Atlantik. Selten gab es in den vergangenen Jahren so stark ausgeprägte Eisheilige. Vom 4. bis 6. Mai und vom 13. bis 16. Mai gab es sogar Luftfröste in höheren Tallagen (-0,6° Celsius auf dem Kermeter, -0,2° in Vossenack und -0,9° in Heimbach). Bodenfröste von -2° bis -3° (Rurtal bei Düren) ließen die Landwirte und Hobbygärtner in Tallagen um ihre Erträge bangen.

In der zweiten Monatshälfte stiegen die Temperaturen nur langsam an und örtlich erreichte man am 31. Mai im Lee der Eifel erstmals 25° (Vettweiß, Hasenfeld). Einen so späten ersten Sommertag (in den restlichen Orten erst am 1. Juni) lässt sich in den Statistiken zuletzt 1991 finden.

 Beim Blick auf die monatliche Mitteltemperatur zeigte sich verbreitet eine negative Abweichung von zwei Grad (Vergleich mit dem Mittel von 1981 bis 2010). Der kälteste Mai seit 2010 schaffte an den Wetterstationen folgende Mittelwerte: Kreuzau-Drove 12,2°, Jülich 11,8°, Nörvenich, Hasenfeld und Düren 11,5°, Heimbach 10,5°, Schmidt 10,3°, Vossenack 9,9° und auf dem Kermeter nur kalte 9,5° (Wilder Weg).

Wie groß die Temperaturspanne im Mai sein kann, zeigen die Extreme der Mitteltemperaturen: am wärmsten 2018 in Nörvenich und Jülich mit 18,8° und am kältesten 1902 in Düren mit nur 8,5° (1991 auch nur 9,9°). Aufgrund der niedrigen Temperaturen fielen die Niederschläge in der ersten Monatshälfte bis in die Niederungen als Schnee. Am frühen Samstagmorgen (4. Mai) lag in der Rureifel eine bis zu zwei Zentimeter hohe Schneedecke, oberhalb der Urfttalsperre wurde eine elf Zentimeter dicke Schneedecke in Schleiden-Morsbach (Vogelsang) gemessen. Beim Blick in die Statistik erscheinen solche Maischneefälle nur selten (Lagen von 550 bis 690 m). Auch am 3. und 4. Mai 1987 sowie am 16. Mai 1991 lagen Schneedecken in der Rur- und Nordeifel .

Die Zahl der Sonnenstunden ließ zu wünschen übrig. Nur zwischen 70 und 80 Prozent der Langzeitwerte wurden geschafft, wie folgende Summen zeigen: Langerwehe 215 Stunden, Jülich 193, Drove 185, Düren 173, Schmidt Windpark 169, Nörvenich 168, Vettweiß 160 und in der Tallage Heimbach 146 Stunden (Hasenfeld 141 Stunden).

Niedrige Temperaturen und fehlender Sonnenschein wurden von häufigen Niederschlägen begleitet. Besonders in Orten mit ersten, starken Gewittern stiegen die Summen deutlich über die Langzeitwerte. Die geringsten Regensummen gab es in Hasenfeld mit 36 l/qm, am Tagebau Inden mit 46 l und in Jülich mit 47 l/qm. Zum Vergleich: Weisweiler und Düren 50 l, Vettweiß und Hambach 53 l, Kermeter 56 l, Heimbach und Vlatten 57 l, Schmidt 59 l, Drove und Vettweiß 62 l, Brandenberg 68 l, Hergarten 69 l, Vossenack 70 l und rund um die Urfttalsperre bis 88 l/qm.

(kjl)
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