Birkesdorf: Der Kölner Dirigent verabschiedet sich aus Birkesdorf

Birkesdorf: Der Kölner Dirigent verabschiedet sich aus Birkesdorf

Noch ein letzter Taktschlag, noch ein letzter Akkord — und dann ist beim Blasorchester Birkesdorf die Ära Martin Schädlich nach etwas mehr als sieben Jahren vorbei. Mit dem Konzert zum Muttertag in der Pfarrkirche St. Peter verabschiedete sich der Kölner Dirigent sich von Musikern und Publikum.

Ralf Dauvermann, der Vorsitzende des Orchesters, überreichte ihm zusammen mit einigen Vereinskameraden ein lebensgroßes Modell des 1.-FC-Köln-Maskottchens „Hennes“. Denn Schädlich liebt halt nicht nur die Musik, sondern fast ebenso sehr den Fußball.

Die Ursachen für seinen Weggang benannte Schädlich in seiner kurzen Ansprache gegen Ende des „traurigen Konzerts“ unverblümt: „Ein Orchester hat keinen Dirigenten verdient, der nur zu 70 bis 80 Prozent für es da sein kann.“ Will sagen: Seine restlichen Aufgaben zwingen den Kölner, von dem Dürener Stadtteil Abschied zu nehmen. Dabei war sich der künstlerische Leiter der Tragik des Moments bewusst: „Für einen Dirigenten ist es immer schwierig, ein Orchester zu verlassen“, bekannte er in Anwesenheit nicht weniger Vertreter der politischen Prominenz, darunter auch Bürgermeister Paul Larue. Trotzdem zog Schädlich eine positive Gesamtbilanz, denn: „Wir sind sehr, sehr gut aus einander gegangen.“

Musikalisch gab es für die Zuhörer in der voll besetzten Kirche einiges zu holen. Unter Leitung von Jörg Engelmann, der das Ensemble in Vertretung der erkrankten Biljana Weidlich leitete, stellten sich zu Beginn des rund anderthalbstündigen Programms die Junioren vor — und zeigten ihren Spaß am wohlklingenden Tun vor allem mit Michael Brands Stück „1812 1/2“, einer Komposition mit ausgeprägten komödiantischen Seiten.

Die „Großen“, die für dieses eine Mal noch unter Schädlichs Stabführung auftraten, zeigten sich in St. Peter äußerst vielseitig. Mit César Francks eucharistischem Hymnus „Panis Angelicus“ zollten sie dem Ort des Konzertes Reverenz und bewiesen auch mit Van McCoys“African Symphony“, dass sie nicht nur mit vollem Ton, sondern auch im zurückgenommenen Bereich ausdrucksstark wirken können.

Aber im Wesentlich ist halt die symphonische Blasmusik mit all ihrer Tiefe und Breitbandigkeit nebst gelegentlicher fulminanter Effekte das Metier der Birkesdorfer. Mit dem Medley aus Andrew Lloyd Webbers „Jesus Christ Superstar“, James Lasts Filmmusik „Morgens um 7 ist die Welt noch in Ordnung“ und der Zugabe, zum Muttertag natürlich Heintjes „Mama“, haben sie es einmal mehr bewiesen.

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