Zerkall: Der große Traum von der Formel 1

Zerkall: Der große Traum von der Formel 1

Benedikt Gentgen aus dem Hürtgenwalder Ortsteil Zerkall hat einen Traum, einen großen Traum: Er will in die Formel 1, unbedingt. „Einen richtigen Plan B gibt es nicht“, sagt der 15-Jährige. „Natürlich will ich Abitur machen, und das auch mit einer möglichst guten Note. Aber mein Ziel ist die Formel 1.“ Benedikt weiß, dass viele denken, dieses Ziel ist absolut unrealistisch. „Die Formel 1 hat 22 Fahrer aus der ganzen Welt. Das weiß ich. Aber trotzdem kann ich es schaffen.“

Und einen ersten Schritt in Richtung Formel 1 hat Benedikt Gentgen auch schon geschafft. Am letzten Aprilwochenende fährt er sein erstes Rennen im ADAC Formel Masters. Benedikt startet für das Team „JBR Motorsport & Engineering“ in einem Auto, das haargenau so aussieht wie ein Formel-1-Bolide. „Das ist ja auch ein Rennauto“, sagt Benedikt. „Aber die Autos in der Formel Masters fahren lange nicht so schnell wie die in der Formel 1.“ Trotzdem ist Benedikt Gentgen mit seinem Fahrzeug ganz schön flott unterwegs — sein Rennschlitten mit dem Volkswagen-Motor fährt schon um die 230 Kilometer in der Stunde.

Fittness für die Psyche

„JBR Motorsport & Engineering“ ist ein noch junges Team. Auf Benedikt Gentgen ist man bei den deutschen Kartmeisterschaften aufmerksam geworden. Die Verantwortlichen haben ihn angesprochen, ob er beim „ADAC Formel Masters“ starten möchte. „Wir sind zwei Fahrer“, sagt Benedikt Gentgen. Mit seinen 15 Jahren ist Benedikt Gentgen auch der jüngste Fahrer im ADAC Formel Masters. 15 Jahre ist auch das Mindestalter für diese Klasse. „Im Augenblick fahren wir nur Testrennen und sind auch häufig im Fahrsimulator in Berlin.“

Gleichzeitig muss der Schüler sich aber auch mit Fitnesstraining fit halten. „Motorsport ist sehr anstrengend. Man muss physisch und psychisch absolut topfit sein.“ Benedikt nennt auch gleich einige Gründe: Dinge wie ABS oder Schlupfregelung gibt es im Rennwagen nicht. „Wir müssen mit ungeheuren Fliehkräften fertig werden. Das ist nicht ohne.“

Nicht ohne sind auch die hohen Kosten, die mit dem Rennsport verbunden sind. Für die Formel 3, so Benedikt Gentgen, also der nächst höheren Rennklasse, bräuchten die Fahrer einen Jahresetat von etwa 750000 Euro. „Ich bin auch jetzt schon auf Sponsoren angewiesen“, sagt Benedikt Gentgen. „Und ich bin sehr froh, dass ich den Dürener Motorsportclub und Unternehmen aus der Region habe, die mich unterstützen.“

Für Freizeit bleibt Benedikt neben Motorsport, Fitnesstraining und Schule wenig Zeit. „Ab und zu gehe ich mit meinen Freunden Fußball spielen. Aber nur selten.“

Eltern sind immer dabei

Seine Eltern unterstützen Benedikt übrigens auf seinem Weg in die Formel 1 wo sie nur können. „Mein Vater koordiniert meine ganzen Termine und alles. Und beide sind bei den Rennen immer dabei.“ Benedikt ist davon überzeugt, dass nötige Talent für die Formel 1 zu haben, aber, das sagt er auch: „Ich muss auch Glück haben, und die richtigen Leute treffen, die mir das nächste Türchen aufmachen.“ Teamchefs zum Beispiel, die von den Fähigkeiten des Zerkallers überzeugt sind. Dann kann er vielleicht die drei Rennklassen, die er bis zur Formel 1 noch bewältigen muss, wirklich schaffen.“

(kin)
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