Erste Erntebilanz im Kreis Düren: Der Getreideertrag liegt leicht über dem Durchschnitt

Erste Erntebilanz im Kreis Düren : Der Getreideertrag liegt leicht über dem Durchschnitt

Die Getreidefelder sind bis auf wenige Ausnahmen abgeerntet, hier und da warten nur noch ein paar Getreideballen auf die Einlagerung. Und die erste Erntebilanz fällt trotz des Hitze-Julis gar nicht einmal so schlecht aus, wie Erich Gussen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft, erklärt. „Sowohl bei der bereits Anfang des Monats gedroschenen Gerste wie auch beim Weizen hat es noch gut gepasst“, erklärt der Landwirt.

Will heißen: Menge und Qualität bewegten sich auf den meisten Feldern am oberen Durchschnitt der vergangenen Jahre. Für das flach wurzelnde Getreide reichten die wenigen Niederschläge im Frühjahr und Frühsommer in der Regel aus, wobei Gussen auf große lokale Unterschiede hinweist. „Bei manchen Betrieben kam der Regen noch genau passend, drei Kilometer weiter konnte das aber schon wieder ganz anders aussehen.“ Auch bei frühgesäten und -reifen Weizensorten war der Ertrag in der Regel besser, als bei den späten Aussaaten.

Die hatten ihre Kornbildung bereits vor den Hitzetagen Ende Juni abgeschlossen, während sie bei Temperaturen um 37/38 Grad bei den späten Sorten stoppte und die Notreife einsetzte. „Insgesamt aber sind wir beim Getreide gut weggekommen“, stellt Gussen fest. „Nun schauen alle Landwirte auf den Preis, der noch etwas besser werden könnte.“ Der hänge nicht nur von der weltweiten Erntemenge ab, sondern werde auch von politischen Faktoren wie dem Handelsstreit zwischen den USA und China beeinflusst, erklärt der Kreislandwirt.

Blick in Richtung Herbstkulturen

Jetzt geht der Blick weiter in Richtung Herbstkulturen. Und bei denen sieht es angesichts der weitgehenden Trockenheit und der Hitzephasen der vergangenen Wochen weitaus weniger gut aus. Dort, wo die Kartoffeln nicht bewässert werden, hat bereits die Abreife des Laubs begonnen“, weiß Gussen. Und das verheißt mit Blick auf die Ernte nichts Gutes. Zwar liegen wie im Hitzesommer 2018 auch viele Zuckerrübenbestände am Boden, unter anderem im Raum Nörvenich, wie der Kreislandwirt beobachtet hat. Anders als die Kartoffel aber kann die Zuckerrübe bei entsprechendem Niederschlag auch wieder neue Blätter bilden. „Das geht zwar zunächst auf Kosten des bereits eingelagerten Zuckers, danach aber kann die Rübe weiter wachsen.“

Die ersten Proberodungen deuteten auf einen Zuckerertrag unterhalb des langjährigen Schnitts hin, wohin die Reise gehen werde, aber sei noch ungewiss und hänge vom Niederschlag ab. Gussen rechnet mit einem Kampagnenbeginn Mitte September.

Auch der Mais, der in diesen Tagen mit der Kolbenbildung beginnt, benötigt noch dringend Regen. „Dann kann er auch noch zulegen.“ Derzeit sind die Maispflanzen auf vielen Feldern recht unterschiedlich hoch gewachsen, mancherorts würde es zurzeit nicht einmal für ein Labyrinth reichen, weil Besucher schlichtweg über die normalerweise rund 2,50 Meter hohen Pflanzen hinweg schauen können.

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