Theaterfreunde kommen in den Burgsaal: „Der Ehestreik“ mit Spielwitz, Talent und viel Applaus

Theaterfreunde kommen in den Burgsaal : „Der Ehestreik“ mit Spielwitz, Talent und viel Applaus

In Hausen spielte die Theatergruppe des MGV „Eintracht 1879“ Hausen -gem. Chor- e.V. sechsmal vor ausverkauftem Haus die Komödie „Der Ehestreik“. Im Burgsaal erlebten die Theaterfreunde am Sonntag zum Abschluss einen äußerst vergnüglichen Abend.

Das Stück spielt in der „guten alten Zeit“, als die Frauen ihre Männer sonntags noch zum Frühschoppen schickten und ihnen einen kleinen Rausch verziehen. Jedoch hat der Spielleiter, Hans-Peter Lennartz, ein paar Anspielungen auf die Gegenwart in Hausen eingebaut, was der munteren Truppe zusätzlichen Applaus einbrachte.

Schon in der ersten Szene geht es zu „wie früher“: Im Hause des Schmieds wickelt die ältere Ehefrau Wolle „vom Strang“, der Gatte muss festhalten; die jüngere Ehefrau nötigt ihren Mann zum Betttücher recken. In diese Idylle platzt die Bürgermeisterin mit ihren „Neuigkeiten“ herein: Die neue Kellnerin beim Burgwirt, die Hanni, verdreht den Männern total den Kopf, nun bleiben die bis weit nach Mitternacht und kommen regelmäßig betrunken nach Hause. In ihrer Paraderolle spielte Jutta Pick die hinterhältige und heuchlerische Bürgermeisterin perfekt, ihr Mienenspiel sorgte immer wieder für Lacher. „Es geht um die eheliche Treue“, behauptet sie und sammelt Unterschriften, denn die (angebliche) Verführerin muss weg.

Das unglaublich originelle Spiel der empörten und aufgewiegelten Ehefrauen erntete immer wieder Lachsalven; Philomena (unnachahmlich besetzt durch Sandra Titz) fängt vor Wut das Pfeiferauchen und Trinken an, wenn es ihr auch speiübel wird. „On wenn ich baschte“, was „Und wenn ich dran kaputtgehe“ heißt. Auch der Pfarrer wird um Rat gebeten und trinkt ein Bierchen mit.

Der Star des Abends war Friedel Lennartz: Wie er den Pantoffelhelden Barthel und kurz darauf den eifersüchtigen, streitenden Ehemann gibt, war sehenswert und sorgte für Szenenapplaus. Ihm zur Seite Roswitha Lennartz als sein Weib Annemarie und der Sohn Jochen (Jens Bongard) mit Gattin Leni (Julia Lennartz). Mit Spielwitz, Talent und bewundernswerter Textsicherheit meisterten die Vier ihre Hauptrollen.

Jedoch muss man dem ganzen Ensemble samt dem erfahrenen Spielleiter bescheinigen, dass sie mit der Auswahl des Stückes und der Rollenbesetzung ins Schwarze getroffen haben. Über treffliche Dialoge, heftige Streitszenen und witzige Eifersüchteleien amüsierte sich das Publikum köstlich. Das Brot des Künstlers, lang anhaltender Applaus, wurde zum Schluss eifrig gespendet.

(ale)
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