Düren: Der Dürener Rurtallauf ist Geschichte

Düren : Der Dürener Rurtallauf ist Geschichte

Der Termin stand schon fest. Am Samstag, 8. September, sollte die 26. Auflage des Dürener Rurtallaufes vom Dürener Turnverein (DTV) stattfinden, wie immer mit einem Zehn- und einem Fünf-Kilometer-Lauf und wie immer mit einer Wertung für den Rur-Eifel-Volkslauf-Cup, einer Serienveranstaltung von Volksläufen der Kreise Aachen, Düren und Heinsberg des Leichtathletik-Verbandes Nordrhein sowie in Ostbelgien und den Niederlanden.

Zu Jahresbeginn haben sich die Verantwortlichen der Leichtathletikabteilung des DTV entschlossen, den Lauf abzusagen. Stattdessen soll ein Staffellauf (siehe Themeninfo) stattfinden. „Es wird immer schwieriger, Helfer für so eine große Veranstaltung wie den Rurtallauf zu finden“, sagt Manfred Röhlich, Geschäftsführer der Leichtathletik-Abteilung des DTV und seit fast 20 Jahren einer der Hauptorganisatoren des Laufes.

Dass Röhlich selbst einen langen Atem hat, ist keine Frage. Er ist seit 31 Jahren Vorstandsmitglied „seiner“ Leichtathletikabteilung und zudem selbst Marathonläufer — mit einer Bestzeit von 2:40 Stunden. Der Rurtallauf war keine Hobby-, sondern eine echte Sportveranstaltung mit einer Zehn- und einer Fünf-Kilometer-Strecke sowie einer Runde für Kinder. „Wir haben für diese Veranstaltung rund 50 ehrenamtliche Helfer gebraucht“, sagt Manfred Röhlich. „Und die finden wir heute einfach nicht mehr.“ Es sei immer schwieriger, gerade auch jüngere Leute zu finden, die bereit sind, sich langfristig zu engagieren“, sagt der Lauf-Experte. „Und allein die Organisation des Rurtallaufes hat immer mehrere Monate gedauert.“

Gleichzeitig ist auch die Zahl der Teilnehmer des Rurtallaufes deutlich zurückgegangen. „Wir hatten früher mehr als 500 Läufer, in den vergangenen Jahren waren es nur noch 250 bis 300 Teilnehmer.“ Diese Entwicklung passt zu einer anderen Beobachtung, die Manfred Röhlich gemacht hat: „Die Menschen wollen sich nicht mehr unbedingt in einem Sportverein engagieren“, sagt er. Früher seien beispielsweise beim Köln-Marathon nur rund 5000 Läufer angetreten. „Davon waren die allermeisten in einem Sportverein engagiert und wollten eine möglichst gute Zeit laufen. Heute starten 20.000 Läufer, von denen die wenigsten in einem Verein sind und für die die gelaufene Zeit nicht entscheidend ist.“

„Dürener Staffellauf“

Auch um diesem Trend Rechnung zu tragen, wird es im Juni den „Dürener Staffellauf“ geben. „Wir hoffen, dass es möglichst viele Menschen reizt, mit Arbeitskollegen, Freunden oder Schulkameraden als Mannschaft starten zu können“, sagt Röhlich. „Der Hobby-Gedanke steht bei diesem Lauf eindeutig im Vordergrund.“ Ein weiterer Vorteil: Weil es nur eine Strecke für alle Teilnehmer rund um das DTV-Stadion an der Dr.-Overhues-Allee gibt, kann der Staffellauf mit nur rund 25 Helfern gestemmt werden.

Peter Borsdorff, Vorsitzender des Stadtsportverbandes, früher selbst Wettkampfläufer und heute vielen als „Läufer mit der Sammelbüchse“ bekannt, hat den Rurtallauf vor 25 Jahren ins Leben gerufen. „Dass es diesen Lauf nicht mehr geben wird“, sagt er, „ist für die Dürener Sportszene eine ganz traurige Geschichte.“

Auch Borsdorff weiß, wie schwer es ist, Helfer zu finden, die bereit sind, sich über einen längeren Zeitraum zu engagieren. „Mir ist aber auch das Argument zu Ohren gekommen, dass es am gleichen Tag, an dem der Rurtallauf stattfinden sollte, eine Laufveranstaltung in Gemünd gibt. Das ist für mich keine Begründung für die Absage.“ Er selbst habe den Rurtallauf schon am gleichen Wochenende wie den Köln-Marathon veranstaltet. „Das hat auch funktioniert. Wenn so ein Lauf attraktiv ist, dann kommen die Leute auch.“