Düren: Der Dürener ist (noch) nicht im Kaufrausch

Düren: Der Dürener ist (noch) nicht im Kaufrausch

Die Fangfrage hat Stadtcenter-Manager Daniel Böttke bravourös gemeistert. „Haben Sie denn schon Ihre Weihnachtsgeschenke?” - „Ja klar”, antwortet er. „Ich habe meist schon ein halbes Jahr vorher alle Geschenke zusammen.” Damit hat Böttke den meisten Dürenern viel voraus.

Die halten sich nämlich beim Einkauf zurück. Von Einkaufsrausch noch keine Spur. „Es wird viel geschaut, aber noch wenig gekauft”, sagt Böttke, der davon spricht, dass im Weihnachtsgeschäft Entscheidungen noch vor sich her geschoben würden.

Deutlich spürbar sei das bei allem, was mit Bekleidung zu tun hat. Das in etwa nach dem Motto: Ist es nicht kalt, wird auch noch kein dicker Pullover gekauft. So simpel kann das sein.

Die Renner des Weihnachtsgeschäftes hat Böttke allerdings längst ausgemacht, zumal sich im Vergleich zum Vorjahr nicht viel geändert hat: Das neuste iPhone, die neuste PlayStation. Böttke: „Der Technik-Trend hält an.” Zum Jammern neigt Böttke nicht. „Es ist viel Kaufkraft unterwegs und es liegt an uns, eine lebendige Innenstadt zu schaffen”, sagt er und meint damit: Eine lebendige Innenstadt, in der man gerne sein Geld ausgibt.

Auch wenn der Stadtcenter-Manager von Kaufzurückhaltung spricht, ist er bisher mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden. „Die Umsätze liegen in etwa beim Level vom Vorjahr. Und es kommt noch der verkaufsoffene Sonntag zum 4. Advent.” Der war im letzten Jahr so verschneit, dass er das Geschäft verhagelt hat.

Auf den verkaufsoffenen Sonntag setzt auch Klaus Bücker von Zucker Bücker. „Wir machen etwa ein Drittel unseres Umsatzes im Dezember”, sagt der Mann, der im Bereich der Spirituosen und Pralinen so etwas wie eine Monopolstellung in Düren hat. „Wir erwarten in etwa die gleichen Umsätze wie im vergangenen Jahr. Es verteilt sich in diesem Jahr nur auf mehr Tage.” Verblüffende Erkenntnis: Auch Naschkatzen sind wetterfühlig. Denn: „Sobald schlechtes Wetter ist, kommen weniger Kunden in den Laden”, weiß Bücker.

Nicht viel anders geht es auch Yvonne Schnoor vom Weinhaus Schnoor. Auch bei ihr werden ein Drittel des Jahresumsatzes im Dezember erwirtschaftet. Während sich bei ihr die Privatkunden noch bedeckt halten, verzeichnet sie allerdings einen Anstieg bei den Industriekunden. Yvonne Schnoor: „Natürlich erwartet man ein kleines Plus beim Weihnachtsgeschäft, aber darauf müssen wir noch hinarbeiten.”

Immerhin haben die Kunden noch knapp zwei Wochen Zeit, sich mit genügend Geschenken einzudecken. Das ist mit ein Grund, warum zum Beispiel Hilde Schuster von Spielwaren Schuster gelassen abwartet. Sie setzt darauf, dass das Geschäft mit dem verkaufsoffenen Sonntag noch deutlich zulegt. „Unsere Kunden setzen auf die klassische Ware wie Lego, Playmobil und Barbie-Puppen und legen Wert auf Qualität”, sagt Hilde Schuster.

Ein Geschäft, das bei den Weihnachtsumsätzen kräftig mitmischt, haben viele Kunden nicht so spontan auf der Rechnung: Die Sparkasse. Wobei der Begriff Weihnachtsumsatz es nicht ganz trifft. „Die Nachfrage nach Gold ist ungebrochen”, weiß Dirk Hürtgen von der Sparkasse. „Das aber schon seit Monaten. Der Krügerrand verkauft sich wie verrückt. Es gibt aber auch Kunden, die Gold Kilo-weise kaufen.”

Der Goldbarren dürfte aber vermutlich nicht unter dem Weihnachtsbaum strahlen, sondern gleich im Tresor verschwinden.

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