Der DGB vermutet Ausbeutung bei mobilen Arbeitern

DGB vermutet Ausbeutung : Gewerkschaft sieht die Situation schlimmer als bei der Leiharbeit

Die grenzüberschreitende Mobilität der Arbeitnehmer diverser Branchen ist groß. Sehr groß sogar und mit ständig steigender Tendenz. „Es geht hier noch härter zu als bei der Leiharbeit“, sagt Ludger Bentlage, der Vorsitzende des DGB-Kreises Düren-Jülich.

„Auf den zweiten Blick sind wir hier schon bei der Ausbeutung“. Dem will der DGB entgegen wirken und führt deshalb am Dienstag, 4. Dezember, 18 Uhr, im „Komm“-Zentrum unter dem Titel „Darf’s denn noch etwas billiger sein?“ eine Informationsveranstaltung zur Ausbeutung von mobilen Beschäftigten auf dem deutschen Arbeitsmarkt durch.

Ausbeutung vermuten die Gewerkschaften im Baugewerbe ebenso wie bei Fleischfabriken, in der Landwirtschaft, Gebäudereinigung und insbesondere in der Logistik. Jede Bestellung im Internet muss zugestellt werden; ein Betätigungsfeld für die ausländischen Zusteller. „Am Ende der Kette steht immer der, den es am härtesten trifft“, sagte Gewerkschaftssekretärin Ann-Katrin Steibert, die auf ein DGB-Projekt verweist, in dem DGB-Mitarbeiter auf die Ratsplätze gehen und ausländischen Lkw-Fahrern rechtlich beraten. „Da sind Leute drunter, die seit 18 Monaten nicht mehr in ihrer osteuropäischen Heimat waren“, weiß Ann-Katrin Steibert und befürchtet: „Es wird immer schlimmer“. Ein Auge werfen die DGBler auch auf Pflegerinnen aus Polen und Mazedonien. „Die Politik ist gefordert“, sagt der DGB und bedauert, dass für die Überwachung der Einhaltung von arbeitsrechtlichen Vorschriften zu wenig Personal zur Verfügung steht.

Bei der Veranstaltung am 4. Dezember im „Komm“ wird Justyna Oblacewicz das DGB-Projekt „Faire Mobilität“ vorstellen und auch das Selbsthilfenetzwerk „Respekt“ wird darlegen, was der Zusammenschloss polnischer Pflegefachkräfte aus dem Kreis Heinsberg sich zum Ziel gesetzt hat.

(sps)
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