„Hürtgenwald hilft“: Der Bürgerpreis geht an die Flüchtlingshilfe

„Hürtgenwald hilft“ : Der Bürgerpreis geht an die Flüchtlingshilfe

Wie sehr Gisela Gerdes ihre ehrenamtliche Arbeit am Herzen liegt, zeigte sich daran, dass sie jeden Einzelnen auf den Zuschauerplätzen, der vor Krieg und Elend aus seinem Heimatland geflohen und in die Gemeinde gezogen war, mit netten, persönlichen Worten vorstellte.

Und die 54-Jährige aus Bergstein sagte auch den Satz: „Selten habe ich so nette Menschen kennengelernt wie in der Flüchtlingshilfe. Für mich persönlich gibt es kein schöneres Ehrenamt.“ Genau für diese Arbeithaben Politik und Verwaltung der Gemeinde Hürtgenwald Gisela Gerdes und Dirk Bauer als Vorsitzende stellvertretend für den Verein „Hürtgenwald hilft“ mit dem Bürgerpreis 2018 ausgezeichnet.

Der Verein existiert seit Mai 2016, nachdem die Zahl der Geflüchteten ab 2015 stetig zugenommen hatte. 59 Mitglieder hat der Verein heute, er setzt sich aus Menschen zusammen, die sich schon länger in der Flüchtlingshilfe engagieren und denen, die wegen der akuten Lage dazu gestoßen sind. Als Verein können die Helfer die verschiedenen Arbeiten nicht nur besser steuern, sie können auch Fördergelder beantragen und einfacher mit der Gemeinde und dem Kreis Düren in Kontakt treten, wenn es nötig ist.

Wichtigkeit erkannt

Dirk Bauer, 74 Jahre alter Vossenacker, geboren im Westerwald, ehemaliger Revierleiter für Vossenack des Forstamtes, machte in seiner Dankesrede deutlich, dass er sich die Frage stellte, ob beziehungsweise warum er den Preis annehmen solle. Er kam zu dem Entschluss: „Ich nehme den Preis gerne an, weil Gemeinde und Politik gemeinsam erkannt haben, wie wichtig unsere Arbeit ist.“

Der Verein tauscht sich auch regelmäßig mit der Verwaltung über die akuten Themen aus. Einen dieser Aspekte sprach Gisela Gerdes in ihrer Rede an, als sie zum Publikum im Ratssaal sagte: „Bitte unterstützen Sie uns doch dabei, Wohnungen für die Geflüchteten zu finden. Das ist nämlich äußerst schwierig.“

Die Gemeindesozialarbeitern des Caritasverbandes, erinnerte auch daran, dass sie als geborene Grevenbroicherin erst 1999 nach Hürtgenwald gezogen ist und daher selbst weiß, wie es ist, neu in dieser Gemeinde und der Eifelregion anzukommen.

(cro)