IT-System-Elektronik: Der beste Azubi Deutschlands

IT-System-Elektronik : Der beste Azubi Deutschlands

Der Dürener IT-System-Elektroniker René Müller hat seine Ausbildung mit sehr guten Noten abgeschlossen. Dafür wird er in Berlin geehrt.

Auf den ersten Blick wirkt René Müller aus Düren sehr besonnen und ruhig. Aber der 26-Jährige weiß sehr genau, was er will. Müller hat in diesem Jahr seine Ausbildung zum IT-System-Elektroniker bei Westnetz, einer Tochter des Energieversorgers innogy abgeschlossen. Mit der Note sehr gut und 97 von 100 möglichen Punkten in Klausur und Projektarbeit samt umfangreicher Dokumentation ist René Müller nicht nur der beste Azubi in einem der rund 250 Ausbildungsberufe der Industrie- und Handelskammer (IHK) auf Kreis- und Landesebene. Der junge Mann hat vielmehr bundesweit als bester seine Ausbildung abgeschlossen. Am 21. November wird er bei der Landesbestenehrung in Hagen, am 9. Dezember auf Bundesebene in Berlin ausgezeichnet.

Dabei war der Weg in Müllers Berufsleben anfangs ein kleines bisschen holprig. Nach dem Abitur am Dürener Rurtal-Gymnasium hat er zunächst in Köln ein Studium in Kulturwissenschaft und Medieninformatik begonnen – und ziemlich bald festgestellt, dass das nicht das richtige für ihn ist „Das Studium hat mir wenig Freude gemacht und auch nur wenig Motivation gebracht“, sagt Müller und erklärt auch gleich, warum. „Inhaltlich hat mir das Studium schon gefallen. Ich habe mich aber schwer mit dem freien Arbeiten getan und damit, mich selbst organisieren zu müssen. Ich hätte damals einfach mehr vorgegebene Strukturen gebraucht.“

Die Ausbildung zum IT-System-Elektroniker hat René Müller viel Spaß gemacht. Jetzt absolviert er ein Informatikstudium. Foto: imago images / Westend61/Josep Rovirosa;via www.imago-images.de

René Müller hat das Studium abgebrochen und sich nach einem geeigneten Ausbildungsplatz umgesehen. „Ich habe mir Westnetz bei einem Informationstag angeguckt und war sehr angetan“, sagt Müller. „Deswegen habe ich mich dort beworben.“ In seiner Ausbildung als IT-System-Elektroniker hat Müller sich mit den Themen Telekommunikation und Informatik auseinandergesetzt, in seiner Projektarbeit ging es darum, einen öffentlichen W-Lan-Access-Point in Betrieb zu nehmen und ein Netzwerk neu zu konfigurieren. „Natürlich war es mir wichtig, eine möglichst gute Prüfung abzulegen“, sagt Müller. „Aber es war nie mein Ziel, Deutschlands bester Azubi zu werden.“ Vielmehr habe sich mit einem Kollegen aus seinem Jahrgang ein kleiner privater Wettkampf entwickelt. „Der Kollege hatte in der schriftlichen Prüfung einen Punkt mehr als ich“, sagt Müller und lacht. „Und er hatte seine Abschlussprüfung vor mir. Da habe ich mir schon ausgerechnet, wie viel Punkte ich schaffen muss, um ihn zu übertreffen.“

Sein erster Gedanke, als die Einladung zur Bestenehrung nach Berlin im Briefkasten war, erklärt der Elektroniker, war: „Jetzt werde ich wohl nie wieder arbeitslos.“ Und in der Tat hat er auch bei seinem Ausbildungsbetrieb einen unbefristeten Arbeitsvertrag bekommen. „Das macht mich wirklich glücklich. Dass ich Deutschlands bester Azubi bin, hat aber, glaube ich, meine Eltern und meine Ausbilder fast mehr gefreut als mich.“

Nicht bereut

Die Entscheidung, sein Vollzeitstudium zu Gunsten der Ausbildung abgebrochen zu haben, hat Müller nicht bereut. Auch, wenn er natürlich in seinem Jahrgang zu den ältesten Azubis gehört hat. „Das war aber nur anfangs ein Problem“, sagt er. „Später haben wir uns wirklich gut zusammengerauft und auch gut zusammengearbeitet. Meine Projektarbeit wäre ohne die Hilfe der Kollegen nie so gut geworden. Das war eine Gemeinschaftsleistung.“ Klar, auch das sagt Müller in aller Deutlichkeit, seien die Studieninhalte mehr in die Tiefe gegangen als die Ausbildungsinhalte. „Wobei ich bei meiner Projektarbeit schon sehr detailliert gearbeitet habe. Insgesamt haben mir die festen Strukturen der Ausbildung sehr geholfen. Und ich habe mich auch persönlich extrem weiterentwickelt.“ Auch deswegen wagt Müller jetzt in Sachen Studium noch einmal einen zweiten Anlauf. „Ich kann mich mittlerweile viel besser organisieren, und ich bin auch viel selbstbewusster geworden. Ich fühle mich nach der Ausbildung deutlich besser auf ein Studium vorbereitet als nach dem Abitur.“

Seit September studiert der junge Mann in Iserlohn Angewandte Informatik. „Das ist ein Verbundstudium. Drei Viertel können wir als Fernstudium absolvieren, ein Viertel der Zeit müssen wir samstags nach Iserlohn.“ Läuft alles nach Plan, hat René Müller in viereinhalb Jahren seinen Bachelor.

Sich weiter zu qualifizieren, ist für den IT-System-Elektroniker enorm wichtig – und auch eine Selbstverständlichkeit. .„Es ist schon ein schönes Gefühl, zu den besten Azubis in ganz Deutschland zu gehören. Es ist nichts, worauf man sich ausruhen kann. Ich will weiter lernen und mich fortbilden.“ René Müller weiß eben genau, was er will.