34 Wohnungen in Morschenich-Neu: Der Bauverein überschreitet erstmals die Dürener Grenzen

34 Wohnungen in Morschenich-Neu : Der Bauverein überschreitet erstmals die Dürener Grenzen

Merzenichs Bürgermeister Georg Gelhausen (CDU) spricht von einem „Leuchtturm-Projekt“ für seine Gemeinde, und auch für Dagmar Runge, Geschäftsführerin der Dürener Bauverein Aktiengesellschaft ist der Neubau in Morschenich-Neu durchaus eine besondere Maßnahme.

Am Ludwig-Rixen-Platz, sozusagen dem Dorfzentrum des Umsiedlungsortes Morschenich, baut der Dürener Bauverein 34 Mietwohnungen in zwei Blöcken.

Die Wohneinheiten sind zwischen 42 und 82 Quadratmeter groß, das Grundstück 2737 Quadratmeteter. Kosten: rund 5,5 Millionen Euro.

Das Projekt auf dem Gebiet der Gemeinde Merzenich ist aber nicht nur aufgrund seiner Größe für Dagmar Runge und ihr Team etwas Besonderes, es ist auch deswegen außergewöhnlich, weil es das erste Projekt des Bauvereins außerhalb der Dürener Stadtgrenzen ist. Im März vergangenen Jahres hat der Kreis Düren mittels einer Tochtergesellschaft 25 Prozent plus eine Aktie des Dürener Bauvereins übernommen.

„Die Intention war von Anfang an, auch in den Kommunen des Kreises Düren aktiv zu werden und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Außer Merzenich sind schon weitere Kommunen an uns herangetreten“, erklärt Dagmar Runge.

Das Grundstück in Morschenich-Neu, auf dem die zwei Wohnblöcke entstehen, ist für Runge „ein echtes Filetstück“. Es ist Teil der Ludwig-Rixen-Stiftung. Runge: „Die Gemeinde hat dieses Grundstück im Tausch für ein Grundstück in Alt-Morschenich vom Bergbautreibenden bekommen.“ Auf dem alten Grundstück steht ein Wohnhaus mit vier Wohnungen für Menschen, denen es finanziell nicht so gut geht. „Und auch in einem der neuen Gebäude“, erklärt Runge, „wird es vier Wohneinheiten mit einem deutlich geringeren Mietpreis geben, der ansonsten zwischen 8 und 8,50 Euro liegt.“

Baustart im November

In der vergangenen Woche haben der Bauverein und die Gemeinde Merzenich beim Notar einen Erbbaurechts-Bestellungsvertrag für das Grundstück unterzeichnet. Runge: „Weil es entsprechende Vorverträge gab und wir die Ausschreibungen für den Rohbau vorbereiten konnten, liegen bereits Angebote vor. Wir sind zuversichtlich, noch im November mit der Baumaßnahme starten zu können.“ Spätestens zum 30. Juni 2021 sollen die 34 Wohnungen bezugsfertig sein.

Der Dürener Bauverein wurde 1902 gegründet. Damals florierte die Papierindustrie an der Rur, für die Arbeiter wurde dringend Wohnraum gesucht. Bereits einen Monat nach der Gründung wurden erste Baugrundstücke gekauft, in den ersten zehn Jahren entstanden in Düren 107 Wohnungen. Heute ist der Bauverein für mehr als 3000 Wohneinheiten im Stadtgebiet zuständig.

In Morschenich-Neu entstehen zwei Gebäudekomplexe mit insgesamt 34 Wohnungen. Foto: Dürener Bauverein AG

In den vergangenen Jahren lag das Hauptaugenmerk der Wohnungsbaugesellschaft mit ihren 28 Mitarbeitern auf der Renovierung und Sanierung der bestehenden Wohnungen. „Die Zeit ist jetzt einfach reif für Neubauten“, sagt Runge. „Unser erstes Neubauprojekt nach langer Zeit waren acht Mietwohnungen an der Heinrich-Dauer-Straße in Düren. Jetzt folgt Morschenich.“

Die Wohnungssituation, ergänzt die Expertin, habe sich auch im ländlichen Gebiet deutlich verändert. Runge: „Wir stellen zunehmend fest, dass die Vermieter mittlerweile in der Situation sind, sich ihre Mieter auszusuchen. Düren war lange Zeit eher ein Markt, wo das genau umgekehrt ist.“

Ein weiteres Indiz dafür, dass Wohnungen auch in kleineren Kommunen dringend gesucht werden, ist die Tatsache, dass es für die 34 Wohnungen in Morschenich-Neu schon etliche Bewerbungen gibt. „Mit so einer großen Resonanz“, sagt Runge, „hätten wir vorher nicht gerechnet.“

Baumaßnahme in Niederzier

Das zweite Projekt außerhalb der Stadt Düren initiiert der Bauverein vermutlich demnächst in Niederzier. Zwar haben die politischen Gremien noch nicht endgültig entschieden, allerdings seien die Gespräche mit den Verantwortlichen der Kommune schon sehr weit gediehen. „Der Bauverein“; betont Runge, „ist für Kommunen vor allem deswegen ein guter Partner, weil er nicht darauf aus ist, besonders große Profite zu machen.“

Natürlich müsse auch der Bauverein profitabel arbeiten. „Das ist ja überhaupt keine Frage. Uns reichen aber eher kleine Renditen. Unser Ziel ist es nicht, dass die Mietpreise durch die Decke gehen“, sagt die Bauvereins-Geschäftsführerin.