Düren: Dem Angeklagten fehlt die Erinnerung an die grausige Tat

Düren: Dem Angeklagten fehlt die Erinnerung an die grausige Tat

„Alles war voll mit frischem Blut”, berichtete am Donnerstag eine junge Polizistin im Dürener Amtsgericht. Sie war dabei, als am 17. Januar diesen Jahres die Polizei zu einer Messerstecherei gerufen wurde.

Auch Richter Hans-Georg Wingen hatte den Eindruck, „dass das Blut geradezu aus der Akte tropft”. Damals hatten sich in den drei Wohnungen eines Hauses in Düren viele Männer befunden, die alle mehr oder weniger betrunken und mit Messern ausgestattet waren.

Im Laufe des Abends wurde einem Mann die Wange vom Mundwinkel bis zur Schläfe hin aufgeschlitzt. Auch seine Stirn wurde durch ein Messer verletzt. Der Blutende muss ins Treppenhaus und dann in eine Wohnung gelaufen sein, denn über drei Etagen im Treppenhaus und in der Wohnung war alles voll Blut.

Am Donnerstag musste sich ein 36-Jähriger verantworten, der sich allerdings an rein gar nichts erinnert. Kein Wunder: Er hatte noch Stunden nach der Tat 2,5 Promille Alkohol im Blut. Dieser Mann gab an, er sei seit 1993 Alkoholiker.

Auch die anderen Männer erinnern sich an wenig bis gar nichts. Die Befragung durch den Richter gestaltet sich mühsam.

Der Verletzte konnte gerettet werden, und mehrere Messer wurden sichergestellt. Weil die Zeugen wenig klare Aussagen machen, muss jetzt das Messer, das dem Angeklagten am Tatabend abgenommen wurde, untersucht werden.

Findet sich an dem Messer das Blut des Opfers, so wäre das ein Indiz dafür, dass der Angeklagte tatsächlich der Täter ist.