Debatte über die Euskirchener Straße in Düren geht in nächste Runde

Euskirchener Straße : Spurdebatte: Jetzt soll der Rat entscheiden

Die Stadt Düren will nichts unversucht lassen, ein Dieselfahrverbot zu verhindern. Dafür soll die Euskirchener Straße zwischen „Am Adenauerpark“ bis zum Friedrich-Ebert-Platz auf zwei Spuren verringert werden. Die CDU kippte jetzt den Beschluss und verwies die Entscheidung an den Rat am 10. April.

Die CDU-Fraktion nutzte die Möglichkeit in der Geschäftsordnung, den Beschluss an den Rat zu verweisen, wenn 20 Prozent der Mitglieder des Fachausschusses Widerspruch gegen eine Entscheidung einlegen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Weschke betonte am Freitag gegenüber unserer Zeitung, dass er nach wie vor davon ausgehe, dass der Rückbau auf zwei Spuren zu höheren Emissionen führen werde. Der Dürener Rat entscheidet dann am 10. April.

Im Abschnitt zwischen „Am Adenauerpark“ bis zum Friedrich-Ebert-Platz befindet sich der sogenannte Passivsammler des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz. Die Mehrheit der Kommunalpolitiker und die Verwaltung erhoffen sich von der Maßnahme, dass die Werte unter 50 Mikrogramm Stickoxid pro Kubikmeter Luft sinken.

Diesen Grenzwert nannte der Erste Beigeordnete Thomas Hissel und verwies auf erste Urteile. Im Falle der Stadt Reutlingen habe das Gericht entschieden, dass die Einführung eines Dieselfahrverbots bei einem Wert zwischen 40 und 50 Mikrogramm Stickoxid pro Kubikmeter unverhältnismäßig sei. Die jüngsten Messungen ergeben einen Wert unter 50.

Zwischen dem 5. Dezember 2018 und dem 3. Januar 2019 lag der Durchschnittswert bei 40,9. Seit Dezember des vergangenen Jahres gilt auf der Euskirchener Straße ein Fahrverbot für Lkw. Im Sommer will das Oberverwaltungsgericht Münster über die Klage der Deutschen Umwelthilfe gegen den Luftreinhalteplan der Stadt Düren entscheiden.

Während sich die Mehrheit aus SPD, Grüne, FDP und Linke im Verkehrs- und Bauausschuss für die Spurreduzierung aussprach, kritisierte die CDU die Pläne. Sie erwartet, dass der Verkehrsfluss gestört werde und dadurch die Belastung der Luft steige. Die anderen Parteien warfen den Christdemokraten vor, dass ihre Vermutung von keiner Expertise gestützt werde.

Auch die Stadtverwaltung zeigte sich optimistisch, dass man mit dieser Maßnahme den Durchschnittswert verringern könnte. Es soll sich um eine Übergangslösung handeln, bis die Bundesstraße 56 n fertiggestellt ist. Die Verwaltung geht davon aus, dass sich die Luftwerte nach der Eröffnung der Umgehungsstraße deutlich verbessern werden.

Der Verkehr wird mit der Reduzierung auf zwei Spuren in größerer Entfernung zur Messstation vorbeigeführt. Der Passivsammler befindet auf Höhe des Hauses Nummer 16. Das europäische Recht sieht vor, dass eine Kommune einen Luftreinhalteplan auflegen muss, wenn die Werte dauerhaft über 40 Mikrogramm Stickoxide pro Kubikmeter liegen. Reichen die dort beschriebenen Maßnahmen nicht, sind weitere Maßnahmen wie ein Dieselfahrverbot zu ergreifen.

(pan)
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