Aboplus-Tour in Merode: Das Ziel ist ein „Weihnachtsmarkt mit Inhalt“

Aboplus-Tour in Merode : Das Ziel ist ein „Weihnachtsmarkt mit Inhalt“

Wissen Sie, was der Langerweher Ortsteil Merode und Regensburg gemeinsam haben? Ganz einfach: Beide Orte haben eine adelige Familie undeinen Weihnachtsmarkt.

„Als wir vor mehr als zehn Jahren überlegt haben, solch einen Markt zu initiieren“, erzählte Prinz Albert-Henri de Merode am Dienstag bei der Aboplus-Tour rund 30 Lesern unserer Zeitung, „waren die bayerischen Christkindlmärkte ein Vorbild für uns. Ich wusste, dass es in Regensburg rund um das Anwesen der Familie Thurn und Taxis so einen Markt gibt und habe darüber mit Fürstin Gloria gesprochen.“

Seitdem schickt die Fürstin jedes Jahre einige Leute ihres Weihnachtsmarkt-Teams nach Merode. „Aber die Organisationshoheit liegt bei uns“, betont Prinz Albert-Henri beim spannenden Blick hinter die Weihnachtsmarktkulissen. „Und einige Dinge, die es anfangs nur in Merode gegeben hat, gibt es mittlerweile auch in Regensburg.“

Bevor der Prinz, der das historische Wasserschloss mit seinen Eltern, seiner Frau und den drei Kindern bewohnt, über den Weihnachtsmarkt plauderte, gewährte er den Teilnehmern unserer exklusiven Führung auch einen Blick in sein Schloss. Sehr anschaulich erzählte er von der langen und interessanten Geschichte seiner Familie – zum Beispiel von Antoinette de Merode, die Fürstin von Monaco war und unter anderem dafür gesorgt hat, dass das kleine Fürstentum eine eigene Eisenbahnlinie bekommen hat.

Aber warum haben Prinz Albert- Henri und seine Familie sich überhaupt entschieden, einen Weihnachtsmarkt zu veranstalten? „Unser Schloss wurde in einem Jahrhundert zweimal nahezu völlig zerstört – einmal im Zweiten Weltkrieg und einmal bei dem verheerenden Brand vor 18 Jahren“, erklärt Albert-Henri de Merode. „Die Instandsetzung eines solchen Gebäudes kostet sehr viel Geld. Außerdem mussten wir eine Möglichkeit finden, das Gebäude nachhaltig zu bewirtschaften und als Mittelpunkt unserer Familie zu erhalten. Dabei hilft uns der Weihnachtsmarkt.“

Von Anfang an, betonte der Prinz, sei es seiner Familie wichtig gewesen, einen „Weihnachtsmarkt mit Inhalt“ zu etablieren. Die Aussteller präsentieren auf dem Markt hochwertiges Kunsthandwerk und alte Handwerkstechniken. Ein Löffelschnitzer ist ebenso mit von der Partie wie ein Bogenbauer oder ein Bleiverglaser. „Es ist uns ein großes Anliegen, einen Weihnachtsmarkt zu organisieren, der so ist wie die Weihnacht, von der unsere Großmütter immer erzählt haben. Und der den christlichen Ursprung dieses Festes nicht aus den Augen verliert.“ Beim ersten Weihnachtsmarkt, so Prinz Albert-Henri,habe es 40 Aussteller gegeben, „Heute sind es 80. Während der Dauer des Marktes arbeiten rund 200 Menschen hier.“ Zwei große Container dienen als Büros für die Weihnachtsmarktorganisation, eine Scheune wird zur Spülanlage für das Weihnachtsmarktteam.

Prinz Albert-Henri gewährte auch einen Einblick in sein Schloss. Foto: ZVA/Sandra Kinkel

„Die Buden, die die Aussteller nutzen, gehören uns“, erklärte der Prinz. „Der Markt soll ein einheitliches Bild haben. Im Sommer lagern wir die Buden in dieser Scheune.“ Der Prinz erklärte auch, warum für den Markt Eintritt bezahlt werden muss. „Wir wollen unsere Standgelder so gering wie möglich halten, damit wir zum Beispiel eine Klöpplerin gewinnen können. Gleichzeitig ist die Realisierung so eines Marktes aber auch sehr teuer. Deswegen haben wir uns entschieden, Eintritt zu verlangen.“

Apropos Eintritt: Am Freitag, 14. Dezember, gibt es für Abonnenten unserer Zeitung noch ein besonderes Schmankerl: Mit Vorlage der Aboplus-Karte reduziert sich der Eintrittspreis von sieben auf drei Euro.