Düren: Das Tor holt die volle Punktzahl

Düren: Das Tor holt die volle Punktzahl

Um es kurz zu machen: Der Sänger Sasha kommt im Sommer nicht nach Düren, um am Badesee zu singen. Düren hat sich bei der WDR-Stadtwette am Dienstag zwar prima geschlagen, aber eben doch nicht gewonnen.

Das ist kein Grund traurig zu sein, gefeiert wird nämlich am 27. Juni trotzdem. Eine Dankeschön-Party „für alle, die mitgeholfen haben”, die hatte Richard Müllejans vom Dürener Service Betrieb (DSB) schon im Voraus versprochen.

An Bürgermeister Paul Larue hat es nicht gelegen. Der hat sich beim Bürgermeisterquiz voll verausgabt, alles aus sich rausgeholt, und nur bei drei von zehn ziemlich hinterhältigen Fragen knapp daneben gelegen. „Schlau ist er ja”, meinte vor dem Start eine Dame im Publikum, „aber weiß er auch bei kniffeligen Fragen Bescheid?”

Angefangen hatte alles morgens um 10 Uhr, als es hieß: Düren als Papierstadt und Tor zur Eifel soll bis 15 Uhr ein Tor bauen, und zwar komplett aus Papier.

Trotz - immer abwechselnd - Nieselregen, kräftigen Schauern, Hagel, Sonnenschein und gefühlten minus fünf Grad: Um 15 Uhr stand ein drei Meter hohes Monstrum von Tor auf dem Kaiserplatz, und nicht nur das. Zwei Papierunternehmen stellten spontan die Papierrollen bereit, eine achte Klasse der Realschule Nord schnippelte alles in die richtige Form, und die Feuerwehr legte ein Gewässer an, auf dem Kanus und ein Rettungsboot schwammen. Eine Art Rasen wurde ausgerollt, Pflanzen, Jäger, Hornbläser, ein ausgestopfter Biber, eine Falknerin aus Hellenthal mitsamt Adler, ein Eifelranger und was sonst noch die Eifel symbolisiert, wurden herbeigeschleppt. Über allem, wegen des miserablen Wetters, ein Zeltdach.

Ein Bäcker und ein Metzger tischten Leckeres auf, Miss Petticoat Gabi Nork machte sich startklar, und der Bürgermeister gab den Radioleuten Interviews.

Am Ende schritten Moderatorin Steffi Neu und Larue auf dem Kaiserplatz pünktlich durch das Papiertor in die Eifel hinein, wo auch noch der Mandolinenclub aus Merken stand und „Eifelland, du bist mein Heimatland” anstimmte. Nein, wie schön.

Danach legte noch die Bläsergruppe Hürtgenwald los, und die Gruppe Manos Rapidos aus Düren trommelte, was das Zeug hielt. Doch da hatten die Radioleute längst entschieden: Düren kriegt die vollen fünf Punkte. „Voll gerechtfertigt” fand das Müllejans, der im Rathaus die Einsätze der Bürger koordiniert hatte. Da konnte man übrigens mal gut miterleben, wie aus Chaos Ordnung entsteht. Die Hotline klingelte zusätzlich pausenlos: Wer Zuhause am Radio zuhörte, gab seine Vorschläge zur Bewältigung der Aufgabe fernmündlich ab.

Resümee: Düren holt 12 Punkte. Attendorn hat mit 13 Punkten die Nase vorn. Dürens Bürgermeister ist schlagfertig rübergekommen. Und NRW ist eingeladen, sich das „Tor zur Eifel” mal anzusehen.