Düren: Das Programm des Vorlesetages ist so facettenreich wie sein Publikum

Düren : Das Programm des Vorlesetages ist so facettenreich wie sein Publikum

Die strahlenden Kinderaugen sind die größte Motivation für Angelika Surma. Die 62-Jährige ist Vorlesepatin und nimmt als solche schon zum zweiten Mal am Vorlesetag teil, der immer am dritten Freitag im November — und damit heute — stattfindet.

Diese bundesweite Aktion, initiiert von der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung „Die Zeit“ und der Stiftung der Deutschen Bahn, gibt es seit 2004. Neben Angelika Surma haben sich im Kreis Düren viele weitere Vorleser gefunden, um nicht nur kleinen, sondern auch großen Zuhörern das ein oder andere Buch und das (Vor-)Lesen näher zu bringen.

Dieser Leidenschaft geht Angelike Surma schon seit zwölf Jahren Jahren nach. Als die Stadtbücherei Vorlesepaten suchte, war Surma gleich Feuer und Flamme und schmökert seitdem in der Bücherei aber auch direkt an Schulen oder im Sommer auf dem Abenteuerspielplatz mit Kindern verschiedener Altersklassen in Bilderbüchern und Jugendromanen.

Letztere liest sie auch privat gerne. Die „Tribute von Panem“ haben es ihr angetan, aber bei den groß bebilderten Werken sind Pettersson und Findus ihre Favoriten. Die Geschichte, wie Kater Findus zu Pettersson kam, wird am heutigen Vorlesetag ab 15 Uhr in der Stadtbücherei im Mittelpunkt stehen. Dann veranstaltet Angelika Surma zum ersten Mal in ihrer Lese-Karriere ein so genanntes Bilderbuchkino.

Dabei werden die Illustrationen des Buches per Dia an die Wand projiziert. Das ein aktuelles Kinderbuch noch mit Begleitmaterialien wie Dias vertrieben wird, findet sie großartig. Ein neues Buch mit einem alten Medium nähergebracht zu bekommen, werde die Kinder faszinieren, meint die 62-Jährige.

Ein Kuschelmoment

Sie freut sich immer zu hören, wenn den Kindern auch zu Hause Bücher nähergebracht werden. „Das Vorlesen vor dem Zubettgehen ist für viele Kinder ein Kuschelmoment, den sie auch aktiv einfordern. Ich finde es wichtig, dass das gemeinsame Lesen für Eltern und Kinder ein Ritual ist.“

Wichtig sei es dabei, weiß die Vorlesepatin aus Erfahrung, die jungen Zuhörer zu begeistern. „Ich muss Spannung erzeugen und auf die Kinder eingehen, zum Beispiel wenn Zwischenrufe oder Fragen kommen.“ Je nach Publikum ändert die Vorlesepatin dann auch spontan die Erzählweise. Wenn es bei einer Gruppe wichtig ist, dass sie Augenkontakt hält, dann liest Angelika Surma weniger vom Blatt und erzählt die Geschichte stattdessen lieber frei.

Die 62-Jährige ist seit 37 Jahren Ausbildungsleiterin beim Amtsgericht Düren, wird aller Voraussicht nach im kommenden Jahr in Rente gehen und dann noch mehr Zeit mit ihrem Hobby verbringen.

Auf die Reaktionen der Kinder heute Nachmittag freut sie sich schon besonders. „Die entdecken immer Sachen, auf die wir Erwachsenen vielleicht gar nicht beachten“, erzählt sie begeistert. „Ich bin gespannt, was sie am Vorlesetag alles in dem Bilderbuch finden.“ Davon, dass Pettersson und Findus heute bei den Vier- bis Siebenjährigen gut ankommen werden, ist sie fest überzeugt. Ein Testlauf war nämlich bereits erfolgreich: „Ich habe die Geschichte meiner kleinen Freundin vorgelesen, die ist acht, und sie war begeistert.“