Ein seltener Musikgenuss: Das Pavel-Haas-Quartett in Düren

Ein seltener Musikgenuss : Das Pavel-Haas-Quartett in Düren

Klassikliebhabern bot sich am Dienstag beim Konzert der Vereinigten Industrieverbände (VIV) im Haus der Stadt ein Musikgenuss, wie man ihn nur selten zu hören bekommt. Zum Abschluss der VIV-Konzertsaison gastierte das mehrfach preisgekrönte Pavel-Haas-Streicherquartett in Düren und spielte Werke von Dmitri Schostakowitsch und Antonin Dvorak.

„Das aufregendste Streichquartett der Welt“, wie es vom britischen Fachmagazin „Gramophone“ bezeichnet wurde, konnte seinem Ruf am Dienstagabend gerecht werden. Virtuos und voller Leidenschaft – so lässt sich die Spielweise von Veronika Jarůšková (1. Violine) ,Marek Zwiebel (2. Violine), Jiří Kabát (Viola) und Peter Jarůšek (Violoncello) wohl am besten beschreiben. Das Pavel-Haas-Quartett, ursprünglich von Veronika Jarůšková und Pavel Nikls im Jahr 2002 gegründet, ist in Prag ansässig und hat seitdem mit teilweise wechselnder Besetzung eine Reihe internationaler Auszeichnungen gewonnen, darunter fünf Gramophone Awards.

Das Ensemble präsentierte im voll besetzten Haus der Stadt ein Programm mit russischer und tschechischer Kammermusik und überzeugte auf ganzer Linie mit spieltechnischer Perfektion und einem einwandfreien Zusammenspiel.

Die erste Konzerthälfte wurde von zwei Werken des St. Petersburger Komponisten Dmitri Schostakowitsch gestaltet. Schostakowitsch sah sich zu Lebzeiten den Problemen eines freischaffenden Künstlers im damaligen Sowjetregime gegenüber. In seiner „realistischen Kunst“ setzt er dem schönen, musikalischem Wohlklang die Vertonung des „Hässlichen“ und Unromantischen gegenüber. Die beiden Streichquartette „Nr. 7 fis-moll op. 108“ und „Nr.2 A-Dur op 68“ griffen diesen Kontrast deutlich auf.

Vor allem das erste Stück war von melancholischen Passagen bestimmt, die im Wechsel standen mit dramatisch-furiosen Sätzen und schnellen Taktwenden. Das zweite Stück war ähnlich wechselhaft, wies jedoch eine traditionelle Satzfolge auf. Eine führende Rolle übernahm hierbei Veronika Jarůšková an der ersten Violine, die von ihren Streicherkollegen auf sehr harmonische Art ergänzt wurde.

Der zweite Teil des Konzerts stellte einen starken Kontrast zur ersten Hälfte dar. Mit dem Streichquartett Nr. 14 vom tschechischen Komponisten Antonin Dvorak gab das Ensemble ein temperamentvolles und, im Gegensatz zu Schostakowitschs Musik, fröhlich anmutendes Stück zum Besten. Die schwungvolle Spielart machten auch dieses Werk zu einem unvergleichlichen Hörgenuss.

Das Publikum zeigte sich von der Virtuosität und dem Einklang, in dem das Pavel-Haas-Quartett durchweg stand, sichtlich begeistert und reagierte mit üppigem Applaus.

(nie)
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