Foto-Show: „Das Licht der Eifel“ läuft bis Jahresende im Kloster-Kultur-Keller

Foto-Show : „Das Licht der Eifel“ läuft bis Jahresende im Kloster-Kultur-Keller

Einer, der Schönheit, Rauheit und die Seele der Eifel kennt, ist der ehemalige Redaktionsleiter der Eifeler Zeitung/Eifeler Nachrichten, Peter Stollenwerk.

In dem Bildband seines Ex-Kollegen Andreas Gabbert, der mit Bruder Wolfgang Mauritz im Kloster-Kultur-Keller des Franziskusklosters am Tag der Deutschen Einheit in Vossenack eine Bilder-Show eröffnete, beschreibt Stollenwerk seine Nordeifel. Bruder Wolfgang Mauritz nahm diesen Text mit dem Titel „Atemzüge der Augenblicks“ als Vorlage für seine Laudatio.

Stollenwerk hatte für sein Grußwort in Gabberts Bildband tief in der Historie gegraben. Vor und auch noch nach dem Zweiten Weltkrieg galt die Eifel als das Sibirien Deutschlands. Mit diesem Mittelgebirge verbanden die Menschen in Restdeutschland Armut, Hunger, Misthaufen vor den Häusern, schlechte Wege, auf denen allenfalls Pferdekarren oder Eselswägelchen als Transportfahrzeuge dienten.

Fotograf Andreas Gabbert hat einige von diesen Stimmungsbildern anzubieten. Etwa 30 Fotografien, gerahmt, 40 mal 60 Zentimeter, hängen im Flur und in der Cafeteria des Kloster-Kultur-Kellers.

Andreas Gabbert wurde vor der Vernissage nach seiner Kamera gefragt, wahrscheinlich weil der Frager vermutete, dass Gabbert eine teure Kamera einsetze, um so ästhetische Bilder zu erschaffen. Dem ist nicht so. „Die Kamera ist mein Werkzeug“, erklärte Gabbert, „und ich muss sie bedienen.“ Aus dieser Kooperation von Mensch und Werkzeug entstünden seine Bilder. Ganz einfach.

Für das Betrachten der Fotos sollte der Betrachter sich Zeit lassen, weil sie durch ihre Schönheit und die Auswahl des Ausschnitts beeindrucken, nicht laut, aber mit Tiefgang. Verloren steht da eine Weide im Zwielicht. Hinter einer kleinen Baumallee lauern Gewitterwolken. Irrlichternde Gewächse lassen nicht erkennen, ob sie zur Kategorie Baum oder Strauch gehören. Sterben und Tod trifft man überall, zwei abgestorbene Bäume, bizarr, einer stehend, ein anderer, liegend.

Ein Wald dünner Baumstämme, vermutlich Fichten, stehen starr in Schnee und Eis. Andreas Gabbert war und ist mit seiner Kamera zu allen Jahreszeiten unterwegs.

Wasser-Land-Himmel, ein Foto für die Anleitung der Bildaufteilung. Sonnenuntergänge in der Eifel. „Dass die auch so schön sein können wie am Mittelmeer“, staunte eine Dame zwischen den Gästen. Ein grandioses Panorama bietet der See in der Nähe von Rurberg, in der Mitte das idyllische Café, im Volksmund auch „Klein-Paris“ genannt.

Alle Fotos sind von hoher Qualität. Der Fotograf beherrscht sein Werkzeug, die Kamera, fängt durch das Vorherdenken der richtigen Bildausschnitte eine einmalige Atmosphäre ein.

„Das wahre Kulturgut aber ist das Wetter“, schreibt Peter Stollenwerk. Denn das Zusammenspiel der Sonne mit den anderen Elementen, ergänzt er, rufe einzigartige Lichtstimmungen hervor, ein Eldorado für Fotografen und Maler.

Und was meint, Andreas Gabbert, der Künstler dazu? „Ich setze mich mit meiner Heimat, der Nordeifel, fotografisch auseinander!“

Die Fotos im Kloster-Kultur-Keller sind zu sehen bis Ende Dezember, täglich von 12 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung.

Mehr von Aachener Nachrichten