Das karnevalistische Konzert

Jubiläum im Haus der Stadt : „Wenn es Nacht wird über Düren“

Die Veranstaltung hat von vorneherein unter einem guten Stern gestanden. Sie war quasi zum Erfolg verurteilt. Wenn am Elften im Elften das 11. Karnevalistische Konzert stattfindet, dann konnte das doch nur gut werden.

Und so war es dann auch. Professor Herbert Schmidt führte als Präsident der Närrischen Nord-Dürener gewohnt locker flockig durch das Programm. Er vermutete, die anwesenden Damen hätten wohl wieder – gerade in Anbetracht des närrischen Jubiläums – vor der Kleiderfrage gestanden und seien zu dem Ergebnis gekommen: „Da hab ich nix für.“ Das sei übrigens das größte Mode-Label der Welt: „Da hab ich nix für“.

Mit der Cappella Villa Duria und dem Symphonischen Blasorchester der Musikschule hatten die Karnevalisten aus der Nordstadt Partner gefunden, die für ein hohes Niveau der Veranstaltung garantieren. Unbezahlbar auch der „gemischte Chor“, der mit „viel Spaß an der Freud“ die gängigen Melodien mitsang. Das Publikum könne sich bei der Cappella Villa Duria zum Probesingen vorstellen, empfahl Schmidt mit einem Augenzwinkern. Die Lieder waren mal auf Schunkeleffekt angelegt, mal aber auch melancholisch besinnlich. Dazu gehörten „Mer schenke der Ahl e paar Blömcher“ und „Leev Linda Lou“.

Dem Kölner Karneval entliehen waren auch „Knubbelfutz und Schmalbedaach“, Renate Heymans und Dieter Schmitz – das klassische Duo, wobei der eine eher forsch ist und der andere ein bisschen Schwierigkeiten beim Denken hat. Die Zwei hangelten sich durch die potenziellen Liebesgeschichten von „Schmalbedaach“ und reimten sich durch die Supermarkt- und Discounter-Welt mit Ankündigung: „Jetzt kommt der Werbeblock“.

Und während das Publikum Lieder des verstorbenen legendären Kölner Karnevalisten Hans Knipp sang, erinnerte Dürener Sängerin Claudia Maintz mit DEM Dürener Lied „Wenn es nach wird über Düren“ an die schwärzeste Stunde der Stadt – die Bombadierung am 16. November 1944.

(wey)
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