Nideggen: Das „Hospiz Rureifel” ermöglicht würdiges Sterben

Nideggen: Das „Hospiz Rureifel” ermöglicht würdiges Sterben

„Hospiz Rureifel” ist ein eingetragener Verein, dessen Mitglieder sich ehrenamtlich um pflegebedürftige Menschen kümmern und Sterbende begleiten.

Der Verein gründete sich 1996 und zählt nun 20 Mitglieder, zumeist Frauen. Sie sehen ihre Aufgabe darin, Zeit zu haben für Menschen, die pflegebedürftig sind, und dadurch Angehörige zu entlasten. Jedes Jahr treffen sie sich am Samstag vor dem Totensonntag im Pfarrheim.

So war es auch diesmal, am festlich gedeckten Tisch wurde bei Kaffee und Gebäck ein Rückblick auf die Tätigkeiten und ein reger Gedankenaustausch gehalten. Ellen Schmidt las eine Geschichte vor, die von einem Opal, einem unscheinbaren Stein handelte, der erst durch die Berührung einer warmen Hand seine Schönheit zeigt. Sie wünschte, dass viele Menschen durch den Verein „das Wunder der Zuneigung erfahren”.

Im Gespräch mit ihr und dem Vorstandsmitglied Ralf Beese sowie dem Pastoralreferenten Werner Conen erfuhr man, dass die ehrenamtlichen Mitarbeiter eine zweijährige Ausbildung durchlaufen, wobei sich jeder zunächst mit seiner eigenen Einstellung zum Leben und Sterben auseinandersetzt.

Das nötige „Handwerkszeug”

Natürlich wird ihnen auch das „Handwerkszeug” vermittelt, beispielsweise Grundwissen zur Pflege, Fähigkeit zur Gesprächsführung oder zur nonverbalen Kommunikation.

In einem weiten Feld sind die ausgebildeten Hospiz-Mitarbeiter dann tätig: Sie unterstützen pflegende Angehörige, denn niemand kann sich permanent um einen kranken Menschen kümmern. Sie übernehmen nächtliche Wachen, hören zu, lesen vor, versuchen herauszufinden, wo Interessen und Neigungen liegen.

Das Hospiz Rureifel arbeitet mit den Altenheimen von Nideggen und Berg zusammen, in Absprache mit den Angehörigen wird von dort um Unterstützung gebeten. Oft kommt die Anfrage aus der Familie.

„Zu unseren Zielen gehört es, den Menschen ein würdiges Sterben zu Hause zu ermöglichen”, führt Ellen Schmidt aus, und Ralf Beese fügt hinzu: „Nicht selten warten Angehörige zu lange, ehe sie um Hilfe nachfragen, und sind dann nahezu erschöpft.”

Unter 02427/904263 kann man das Hospiz Rureifel erreichen.

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