Düren: Das haben Lewandowski, Gerd Müller und der Dürener Schönwälder gemeinsam

Düren : Das haben Lewandowski, Gerd Müller und der Dürener Schönwälder gemeinsam

Was haben Robert Lewandowski, Gerd Müller und Rainer Schönwälder gemeinsam? Sie haben in jeweils drei hintereinander folgenden Auswärtsspielen in der Fußball-Bundesliga jeweils zwei Tore geschossen. Rainer Schönwälder, der Dürener, wollte es nicht glauben: „Ich in einer Reihe mit dem ‚Bomber der Nation‘ und dem aktuell besten Torjäger der Bundesliga?“, fragte sich der 78-Jährige.

Sohn Peter hatte den Vater informiert, dass das Fußball-Fachmagazin Kicker den ehemaligen Fußballer des 1. FC Saarbrücken, von Alemannia Aachen, Preußen Münster und Eintracht Trier, der seine Laufbahn nach Gastspielen in Luxemburg und im belgischen Tongeren bei Roda Kerkrade beendete, in einem schriftlichen Atemzug mit dem Bayern-Stürmer genannt hatte. Und dies im Zusammenhang mit einem weiteren treffsicheren Bundesliga-Kicker: Nationalstürmer Mario Gomez.

Der hatte im Auswärtsspiel seines VfB Stuttgart beim 2:1-Erfolg in Freiburg beide Tore erzielt. Und der Kicker schrieb: „Sollte der Stürmer als Nächstes in Dortmund noch einen draufpacken, würde er sich zu Robert Lewandowski und Gerd Müller (beide FC Bayern) sowie Rainer Schönwälder (1. FC Saarbrücken) gesellen.“ Insider wissen: Gomez‘ Club verlor im Ruhrgebiet aber 0:3, der Nationalspieler darf sich also nicht in den illustren Kreis der drei Fußballer einreihen. Wobei Schönwälder ja die Nummer eins ist. Schließlich hatte er das Kunststück in der Premierensaison der Bundesliga 1963/64 fertiggebracht.

In den Keller

„Das ist doch ein Hammer“, sagte Schönwälder nach des Sohnes Nachricht und verschwand in den Keller. Dort verwahrt der Dürener Erinnerungen an seine aktive Laufbahn als Fußballer. Beispielsweise an seine einzige Bundesliga-Saison mit dem Club aus dem Saarland im Gründungsjahr der Eliteliga. Die Erinnerung an seine ersten beiden Auswärtstreffer sind bei Schönwälder so frisch, als er hätte er sie vor wenigen Minuten erzielt: „Beim späteren Deutschen Meister 1. FC Köln haben wir am 11. Januar 1964 3:1 gewonnen.“

Der gebürtige Gelsenkirchener bog bei Kälte und Schnee den 0:1-Rückstand innerhalb weniger Minuten in eine 2:1-Führung des Schlusslichtes um: „Beim ersten Tor drehte ich mich und schoss mit rechts in das kurze Eck. Beim zweiten Treffer legte ich mir an der Mittellinie mit dem Kopf den Ball vor, spurtete über die linke Seite und verwandelte mit einem trockenen Schuss.“ Die Weichen waren vor 10 000 Zuschauern auf Sieg gestellt. Und Schönwälders Treffer wurden 50 Jahre später auch in die Jubiläums-DVD des Kicker zum runden Geburtstag der Bundesliga aufgenommen.

Zu überlegen brauchte der 78-Jährige auch nicht, wo er die beiden nächsten Auswärtstreffer erzielt hatte: beim 4:2-Sieg in Kaiserslautern. „Es war schließlich der 29. Februar, mein Geburtstag“, sagte Schönwälder und lachte. Er egalisierte die Führung der Lauterer und traf kurz vor Schluss zum 3:2. Dann setzte aber das Grübeln ein: „Ich wusste nicht mehr, gegen wen ich zum dritten Mal erfolgreich war“ Die Antwort: beim 2:2 in Karlsruhe.

Schönwälder brachte den späteren Absteiger im Wildparkstadion vor 18 000 Zuschauern bis zur 22. Minute 2:0 in Führung. „Leider haben sie noch den Ausgleich erzielt“, bedauert er. Den Abstieg des 1. FC Saarbrücken hat er nicht vermeiden können. Aber dass er, Lewandowski und Gerd Müller noch länger die einzigen Bundesliga-Kicker mit jeweils zwei Toren in drei aufeinanderfolgenden Auswärtspartien sein werden — davon ist er überzeugt.