Kreis Düren: Das Dürener Unternehmernetzwerk verdoppelt in 2017 seine Erlöse

Kreis Düren : Das Dürener Unternehmernetzwerk verdoppelt in 2017 seine Erlöse

Würden Patrick Hutz und Sigrid Lückoff jeweils ein neues Haus bauen wollen, müssten sie sich nicht allzu große Gedanken machen. Alle nötigen Handwerker und Dienstleister baumeln mit ausgeprägten Visitenkarten an einem Ring: die Kontaktsammlung, die sich die beiden Vorsitzenden des Dürener Unternehmernetzwerkes seit 2014 erarbeitet haben.

Der Zusammenschluss von bis dato 37 lokalen Firmen hat nach Aussagen von Hutz und Lückoff ein sehr erfolgreiches Jahr hinter sich: „Wir als Netzwerk haben unseren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Wir haben mindestens 1,4 Millionen Euro mit unseren gegenseitigen Empfehlungen erwirtschaftet.“

Jene Empfehlungen verteilen die Unternehmer in der Regel donnerstags, wenn sich das Netzwerk von 6.45 Uhr bis 8.30 Uh zum gemeinsamen Frühstück trifft. „Im vergangenen Jahr haben wir uns 48 Mal getroffen, dabei sind rund 950 Empfehlungen herausgesprungen — also rund 20 pro Treffen“, erzählt Hutz. Aus dem größten Teil seien dann letztlich auch Aufträge entstanden. Kunden beschäftigen also fleißig hiesige Unternehmer und nicht aus den Nachbarkreisen.

37 Vollmitglieder gehören dem Netzwerk an, das 38. steht bereits fest, hinzu kommt eine Warteliste. Anfang des vergangenen Jahres gehörten 33 Mitglieder dem Netzwerk an. Bei 40 Unternehmern — die Zahl werde dieses Jahr wohl erreicht — sei aber die Grenze, betont der KFZ-Sachverständige Hutz. Grund: Die wöchentlichen Treffen sind so strukturiert, dass jedes Mitglied eine Minute Redezeit hat. Hinzu kommen Vorträge und Gesprächsrunden — die eindreiviertel Stunde ist schnell vergangen.

Je Branche ist nur ein Unternehmen vertreten, damit keine interne Konkurrenz entsteht. So begrenzt sich die Zahl automatisch. Wenn ein Unternehmer mehrere Arbeitsbereiche abdeckt — zum Beispiel ein Architekt, der auch Brandschutzgutachter ist — nimmt er im Netzwerk nur eine Position ein.

Qualität und Zuverlässigkeit

Qualität und Zuverlässigkeit seien die beiden Merkmale des Netzwerks, meint Sigrid Lückoff. „Beides lässt sich auch einfach nachvollziehen, da wir festhalten, wer wen wann empfohlen hat, und was daraus geworden ist“, erklärt die Expertin für Medien und Internetprogrammierung. „Denn wenn ich Kontakte weitergebe, fällt es auch auf mich zurück, wenn es nicht läuft, wie gewünscht.“ Und von der Qualität der Dienstleistungen profitiere letztlich gerade der Kunde — darum gehe es ja, sagt Lückoff.

Im vergangenen Jahr wollte das Netzwerk eine eigene Rufnummer einrichten, über die potenzielle Kunden an die Fachmänner vermittelt werden können. Das hat nicht geklappt, Ansprechpartner sind weiterhin die Vorsitzenden Hutz und Lückoff. Vertiefen möchte das Netzwerk den Kontakt mit der Wirtschaftsförderung Win.DN. In Zukunft könnte es unter Umständen ein gemeinsames Projekt geben, deutet Lückoff an. Das Netzwerk arbeitet auch daran, wie es sich mit öffentlichen Veranstaltungen besser präsentieren kann.

Ein Infotag in der Alten Molkerei im Mai habe nicht die erhoffte Resonanz gebracht. Was dagegen sehr positiv aufgefallen ist: „Mit den ganzen Kontakten lernt man manche Betriebe erst richtig kennen und man weiß dann auch, was sie eigentlich alles machen“, sagt Sigrid Lückoff. e_SRit