Drove: Das Denkmal kann man nun mit den Füßen begreifen

Drove: Das Denkmal kann man nun mit den Füßen begreifen

„Genial” und „einmalig” sind nur einige der Adjektive, die Petra Tutlies und Dr. Klaus Grewe benutzen, um den Drover Bergtunnel zu beschreiben.

Angesichts des Bauwerks für eine römische Wasserleitung, mit der Wasser von der Drover Quelle „Heiliger Pütz” 1660 Meter durch die Drover Heide bis nach Soller gefördert wurde, kommen die beiden Archäologen richtig ins Schwärmen: „Der Tunnel ist von einmalig technikgeschichtlichem Wert”, sagt etwa Petra Tutlies, die Leiterin der LVR-Amt für Bodendenkmalpflege Außenstelle in Nideggen.

Gerade die Führung der Wasserleitung über den Drover Berg sei eine nicht zu unterschätzende Meisterleistung der römischen Ingenieure gewesen. Dr. Klaus Grewe erklärt: „Der Tunnelbau war eine der schwierigsten Techniken in der Antike.”

Weil dem so ist, ist der Drover Tunnel in ganz NRW auch der einzige aus römischer Zeit. Gleichzeitig ist das Bauwerk, das vermutlich ein wohlhabender römischer Gutsherr errichten ließ, der längste römische Tunnel nördlich der Alpen. Bisher hat das hoch bedeutsame Denkmal jedoch weitestgehend unbemerkt unter der Erde geschlummert, der Leitungsverlauf ist nur durch einige eingesackte Tunnelschachtverfüllungen an der Oberfläche zu erahnen.

Das technische Meisterwerk der Antike soll man jetzt aber mit den Füßen begreifen können: Der Landschaftsverband Rheinland hat in Zusammenarbeit mit dem Drover Heimat- und Geschichtsverein sowie der Konejung Stiftung einen Wanderweg rund um das Bauwerk entwickelt. Neben klassischen Schautafeln entlang der Sommerroute in der Drover Heide geschieht dies vor allem mit modernsten Medien.

Die Konejung-Stiftung hat eine multimediale Präsentation entwickelt, die eine virtuelle Führung ermöglicht. So kann man sich ertlang des Wanderweges Videos aus dem Internet herunterladen und während man dem Verlauf des Tunnels in der Drover Heide folgt, gleichzeitig die Ausführungen von Dr. Klaus Grewe auf Handy, Iphone oder Ipod betrachten. Auch eine rein virtuelle Wanderung per Google Earth ist möglich.

Der Drover-Berg-Tunnel-Wanderweg wird am 13. September um 11 Uhr offiziell eröffnet. Von 12 bis 17 Uhr bietet das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege am Heiligen Pütz in Drove Erklärungen zu der archäologischen Sehenswürdigkeit zwischen Drove und Soller. Von 12.30 und 14.30 gibt es geführte Wanderungen mit Dr. Klaus Grewe und Petra Tutlies. Dr. Grewe hält darüber hinaus am 8. September um 19 Uhr einen Vortrag über den Bergtunnel im Vettweißer Rathaus.