Das "Brockel Schlimbach" auf Burg Nideggen bekommt einen Stern

Auszeichnung „Guide Michelin“ : „Brockel Schlimbach“ auf Burg Nideggen bekommt einen Stern

„Rheinisches Mettbrot, Senfgurke, Gartenkresse, Kölsch“, „Kalbshaxe, Zunge, Haferwurzel, Roscoffzwiebel, Karotte, Sellerie, Pilzsud“, aber auch „Preiselbeere, Karalmell, Wacholder“ und „Rheinisches Karnevalsgebäck“, also Muzen und Mini-Berliner – die verschiedenen Gänge des Gourmet-Menüs im Restaurant „Brockel Schlimbach“ auf Burg Nideggen klingen speziell.

Und ein Mettbrot ist nicht das, was man unbedingt auf der Speisekarte eines Sternerestaurants erwarten würde. Trotzdem haben die feinen Gerichte die Testesser des weltberühmten Restaurantführers „Guide Michelin“ überzeugt: Nur ein Jahr nach der Eröffnung ihres Gourmetrestaurants haben Herbert Brockel und Tobias Schlimbach den begehrten Stern bekommen.

Brockel hatte schon einmal mit seinem früheren Restaurant „Husarenquartier“ in Erftstadt-Lechenich einen Stern. Schlimbach war vorher Sternekoch in Euskirchen. „Eigentlich“, sagt Brockel, „wollten wir beide nie wieder in der Sternegastronomie arbeiten. Aber als wir dann die Räume auf Burg Nideggen gesehen haben, war uns klar, dass in das kleine Jülicher Zimmer perfekt ein Gourmettempel passt. Von da an war ein Michelin-Stern unser erklärtes Ziel.“

Spitzenköche aus Nideggen erhalten einen Stern

Im September 2017 haben die beiden Köche die Gastronomie auf Burg Nideggen übernommen – mit zwei Restauants, nämlich dem „Kaiserblick“ mit gehobener gut bürgerlicher Küche und seit Januar 2018 mit dem Gourmetrestaurant „Brockel Schlimbach“. „Das war ein Start-Ziel-Sieg“, kommentiert Brockel die schnelle Auszeichnung mit dem Michelin-Stern.

Die beiden Köche sprechen von ihrer „Spielwiese“, wenn sie von ihrem kleinen Sterne-Restaurant mit nur vier Tischen erzählen. Und Herbert Brockel erklärt auch sofort, wie er das meint: „Da machen wir unser Ding. Kompromisse gibt es nur, wenn die Gäste Allergien haben. Ansonsten tauschen wir keine Komponenten unserer Gerichte aus. Und unsere Gäste nehmen das gut an.“

Die beiden Köche setzen bei ihrer Küche auf frische Produkte aus der Region. Flugmangos und Krokodil kommen in Nideggen nicht auf den Tisch, dafür aber heimisches Gemüse, Kräuter, die rund um die Burg wachsen, und möglichst das ganze Tier, also beispielsweise eben auch Kalbszunge oder -herz. „Es gibt bei uns in der Gegend wunderbare Lebensmittel. Da brauche ich mir nichts vom anderen Ende der Welt schicken zu lassen.“ Einzige Ausnahme: Hummer. „Ja“, sagt Tobias Schlimbach, „den servieren wir schon hin und wieder.“

„Kalbshaxe, Zunge, Haferwurzel, Roscoffzwiebel, Karotte, Sellerie und Pilzsud“ heißt dieser Gang aus dem Sternemenü. Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Ein echtes Lieblingsgericht haben die beiden Männer übrigens nicht, aber durchaus eine Vorliebe für die Küche ihrer Mütter und Großmütter. „Meine Oma“, sagt Herbert Brockel, „hätte einen Stern für ihre Buttermilch-Bohnensuppe verdient. Heute esse ich am liebsten, was meine Frau gekocht hat.“ Und Tobias Schlimbach bescheinigt seiner Mutter eine große Koch-Leidenschaft. „Sie hat jeden Tag für uns Kinder frisch gekocht. Dafür hätte sie auch einen Stern verdient.“ Grundsätzlich, darüber sind sich die Spitzenköche einig, gehören zu einer guten Mahlzeit vor allem gute, frische Produkte. „Außerdem liebe ich natürlich außergewöhnliche Kombinationen. Am besten solche, die auf den ersten Blick ein bisschen verrückt klingen. So etwas bestelle ich mir dann auch am liebsten im Restaurant.

Gibt es etwas, das Sterneköche nicht mögen? „Ja, gibt es“, sagt Herbert Brockel. „Apfelpfannkuchen. Die mag ich überhaupt nicht.“

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