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Im Krieg zerstörter Prachtbau: Das alte Stadttheater steht als Modell wieder auf

Im Krieg zerstörter Prachtbau : Das alte Stadttheater steht als Modell wieder auf

Das alte Dürener Stadttheater am Hoeschplatz wurde im Krieg zerstört. Bald kann das prunkvolle Gebäude wieder in Augenschein genommen werden: in Form eines liebevoll gearbeiteten Modells im Stadtmuseum Düren.

An kaum einem Gebäude des alten Dürens hängen so viele wehmütige Erinnerungen wie am alten Stadttheater, das früher den Hoeschplatz schmückte und am 16. November 1944 – wie so vieles – zerstört wurde. Bald kann das prunkvolle Gebäude in Form eines liebevoll gearbeiteten Modells im Stadtmuseum Düren näher in Augenschein genommen werden.

Sieben Monate lang hat Josef Winthagen aus Düren in seiner Werkstatt gearbeitet. An mindestens 210 Tagen investierte er zwischen vier und sechs Stunden täglich in sein neues Projekt: die Erschaffung eines Modells des Dürener Stadttheaters.

Für dieses einst wunderschöne Gebäude war im November 1905, wenige Tage nach der Eröffnung des gegenüberliegenden Leopold-Hoesch-Museums, der Grundstein gelegt worden. Bereits im Januar 1907 konnte die Einweihung des repräsentativen Bauwerks gefeiert werden. Der Entwurf des im Jugendstil gehaltenen Hauses stammte vom Kölner Architekten Karl Moritz und beinhaltete neben dem großzügigen Foyer und dem aufwendig gearbeiteten Zuschauerraum mit Bühne auch Büros, Garderoben, Magazine, Requisitenkammern und Werkstätten für den Bühnenbau.

Das alte Stadttheater nachzubauen, das er als Kind selbst noch gekannt hatte, und es auf diese Weise der Nachwelt zu erhalten, war immer ein Herzenswunsch von Josef Winthagen, doch lange Zeit fehlte das passende Quellenmaterial. Erst die Vorlagen zur 3D-Animation des Gebäudes von Axel Leroy und Marco Keppa machten den Bau des detailgetreuen Modells möglich.

So schuf der Hobby-Modellbauer, dem die Dürener bereits das große Stadtmodell von 1634 und viele andere Modelle verdanken, im Laufe der vergangenen Monate Kupferdächer, winzige Treppen, Zuschauersitze, Fensterscheiben mit Holzrahmen und malte jeden der 1220 einzelnen Dachziegel an. Mindestens 20 Mal baute er alles auseinander und setzte es wieder zusammen, weil er neue Informationen über die Innenräume erhalten hatte. Schließlich installierte er in allen Innenräumen eine Beleuchtung, die aus der Betrachtung dieses Bauwerks ein ganz besonderes Erlebnis macht.

Das Stadtmuseum Düren freut sich sehr, seinen Besuchern das Modell des alten Stadttheaters zu präsentieren, sobald das Museum wieder geöffnet wird – nach aktuellem Stand wird dies am 7. Juni der Fall sein.