Schmidt: Damit das „Hellejehüssje” in neuem Glanz erstrahlt

Schmidt: Damit das „Hellejehüssje” in neuem Glanz erstrahlt

Eine beispielhafte nachbarschaftliche Aktion läuft zurzeit im Unterdorf von Schmidt: Das Kapellchen an der Wildparkstraße wird renoviert.

Der schlichte Bau wurde nach dem Krieg errichtet. „Damals gab es hier noch einen Weiher, der als Viehtränke genutzt wurde”, erinnert sich Reiner Roeb, ein Anwohner.

Er weiß auch, dass 1972 die Stadt Nideggen direkt neben der Kapelle einen kleinen Warteraum für die hier befindliche Bushaltestelle anbaute. Das hübsche Gebäude unter alten Laubbäumen hat im Laufe der Jahre Schaden genommen, insbesondere das Dach war arg beschädigt, seit übermütige junge Leute hinaufgeklettert waren und etliche der Schieferschindeln gelöst hatten.

Für die Verantwortlichen bei der Stadt Nideggen bestand hier eine Gefahrenzone: Wenn sich weitere Schindeln lösen und herabfallen würden, wäre der Schaden nicht abzusehen. Dazu hatte sich eine Linde mehr und mehr in die Dachkante hinein gedrückt, hier musste ebenfalls Abhilfe geschaffen werden.

Als dann Peter Esser von der Stadt Nideggen zu einer Zusammenkunft vor Ort zwecks Informationsaustausch eingeladen hatte, staunte er nicht schlecht: Über 30 Personen aus dem Unterdorf waren gekommen, es ging schließlich um ihr „Hellejehüssje”. Peter Esser überbrachte die nüchterne Nachricht, dass von Seiten der Stadt keinerlei finanziellen Mittel für die Reparaturen zur Verfügung stehen.

Entschlossen meldeten sich ein paar Anwohner, die eine Haussammlung durchführen wollten. „Und wenn nicht genug zusammenkommt, übernehmen wir den Rest”, lautete das Versprechen von Reiner Roeb. Flugs fanden sich auch drei Handwerksbetriebe aus Schmidt, die ihre unentgeltliche Hilfe angeboten haben.

Schon wurde der Innenbereich des Kapellchens mit frostfesten Platten ausgelegt, der Vorraum neu gepflastert. Der starke Lindenbaum bekam wieder Platz zum Wachsen, ohne dass er das Dach eindrückt. Das Dach und der kleine Glockenturm werden vom Moos befreit, die Pfosten verstärkt, die schönen alten Türen aus Natureiche gereinigt und generalüberholt.

Ein Innenanstrich und neue Bretter für den Giebel stehen ebenfalls an. Da dürfte die kleine Kapelle wieder ein Blickfang werden für alle, die sich aus Richtung Heimbach dem Ort nähern. Das Glöckchen ist nur an Fronleichnam zu hören, die übrige Zeit wird es sorgsam aufbewahrt.

Bleibt noch zu erwähnen, dass die Bürgerinnen und Bürger der Heimbacher Straße und der Nebenstraßen die beachtliche Summe von 1.388 Euro für die Ertüchtigung des Wartehäuschens und des Kapellchens aufbrachten.

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