Kreuzau/Düren: „Crescendo“ hat den Schock gemeinsam überwunden

Kreuzau/Düren: „Crescendo“ hat den Schock gemeinsam überwunden

Als sich Ende 1972 Martin Schröteler, damals Organist an der Kantor an der Pfarrkirche in Drove, mit einigen Jugendlichen zusammen tat, um miteinander Musik zu machen, konnte keiner der Beteiligten ahnen, dass sich daraus eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte entwickeln würde.

Im Mai 1973 wurde die „Folkloregruppe Crescendo e.V.“ gegründet und die besteht „Gospelchor Crescendo“ heute immer noch. Das Jubiläumskonzert zum 40-jährigen Bestehen findet am Donnerstag, 23. Mai, um 20 Uhr in der Dürener Christuskirche statt.

Einer, der wenige Monate nach der Gründung zu der Gruppe stieß und heute noch dabei ist, ist Dieter Döppengießer, der als Organisator der Konzerte und sonstigen Auftritte von „Crescendo“ fungiert. Er erinnert sich: „Schon das erste Konzert im Saal Joeken in Drove war ein großer Erfolg. Es folgten viele Auftritte im Rahmen von kleineren Veranstaltungen.“

Von Erfolg zu Erfolg

Das Repertoire wurde immer weiter ausgebaut und 1975 folgte das zweite große Konzert in Drove. Im Oktober 1975 erschien die erste Schallplatte. Döppengießer: „Dem durch die Schallplatte entstandenen Erwartungen beim Publikum bezüglich technischer und musikalischer Unterstützung des Chorgesangs sind wir dann mit der Gründung einer Rhythmusgruppe und dem Kauf einer Verstärkeranlage nachgekommen.“

Das erste große Konzert mit Chor, Rhythmusgruppe, Gitarrengruppe und Gesangsanlage fand 1976 in der Festhalle Kreuzau statt. Martin Schröteler arrangierte zu dieser Zeit alle Stücke des Chores selbst und schrieb auch eigene Stücke. In der Folgezeit wurde der Chor immer bekannter, trat häufig auf den Dürener Stadtfesten, Weihnachtsmärkten und anderen großen Veranstaltungen auf sowie bei den Kreuzauer Kulturtagen auf. Der Chor gab auch ein Konzert im Kölner Tanzbrunnen, trat im Fernsehen auf und tourte durch Österreich. Döppengießer: „Aufgrund familiärer und beruflicher Veränderungen mussten wir dann deutlich kürzer getreten und standen vor der Auflösung.“

Im September 1992 trat der „Crenscendo“-Ableger „New Formation“ am Dürener Stadtparkrestaurant auf. Im Publikum befanden sich auch die Gospelchorsänger Dieter Döppengießer und Pit Kästner sowie Ex-Chorleiter Martin Schröteler. Döppengießer: „Wir drei haben uns gefragt, ob wir es noch können — und die rhetorische Frage mit einem eindeutigen Ja beantwortet. Wir haben uns anlässlich des 20-jährigen Vereinsbestehens im Mai 1993 wieder zusammengetan — für ein letztes Konzert, wohlgemerkt.“

Daraus wurde aber nichts, weil die Nachfrage aus Fan-Kreisen immens war. Der Chor machte weiter und beschritt neue Wege. So rief Martin Schröteler eine Begleitband ins Leben, die später als „Hot Shot Funky Sisters“ auch eigene Konzerte gab. Aus den Konzert wurden aufwändige Bühnenshows.

Tod ereilt den Dirigenten

Dann der Schock: 2005 erkrankt Martin Schröteler schwer. Er wünschte sich ein letztes Konzert unter seiner Leitung. Das Konzert findet zwar statt, doch Martin Schröteler stirbt wenige Stunden vor Konzertbeginn. Döppengießer: „Es war das emotionalste Konzert, das wir jemals gegeben haben — und die Geburtsstunde der jährlichen Gedächtniskonzerte.“

Heute ist Sabrina Pelzer die Dirigentin, die — so Döppengießer — „mit ihrer fordernden und motivierenden Art das Letzte aus dem Chor herauskitzelt. Chor und Chorleitung haben totalen Spaß miteinander, was sich auch in der Leistung zeigt.“

Karten für das Jubiläumskonzert am 23. Mai kosten 15 Euro. Tickets sind bei der Agentur Schiffer des Zeitungsverlages Aachen in Düren, Kaiserplatz 12, und bei der Firma Wolfram in Kreuzau, Bahnhofstraße 11, erhältlich.